Ein Name, ein Programm – so könnte man das Exil-dänische Bandkollektiv Alcoholic Faith Mission augenzwinkernd zusammenfassen.
Als 2006 Sune Sølund und Thorben Seierø Jensen an einer Kirche in Brooklyn die Aufschrift “Apostolic Faith Mission” entdecken, verwandelt ihre blühende Fantasie jenen Titel sofort in “Alcoholic Faith Mission”, was sie als würdigen Namen für ein musikalisches Projekt erachten. Wo schon der Name da ist, muss natürlich ein Inhalt her: Innerhalb von sechs Monaten kreieren die beiden ihr Debüt “Misery Loves Company”. Für den Aufnahmeprozess legen sie einige Regeln fest, was zu einer Art Tradition werden soll: Alkoholische Elixire als wesentliches Mittel, Arbeit nur Nachts und bei Kerzenlicht. Außerdem dürfen einmal aufgenommene Parts nicht mehr verändert werden.

Die aus Kopenhagen stammenden Schulfreunde haben in Brooklyn derart viel Inspiration gefunden, dass sie schließlich dorthin auswandern und in einem Fabrik-Loft Album Nummer zwei produzieren: “421 Wythe Avenue” erscheint im April 2009 via PonyRec. Aufnahmebedingungen hier: Die einzigen zulässigen Klangquellen sollen aus ihren vier Wänden stammen. Jenes Paradigma führt zu erheblichen Experimenten. Zu dieser Zeit fand sich mit Kristine Permild und Gustav Rasmussen Zuwachs und Alcoholic Faith Mission begann, sich als Kollektiv zu verstehen. Auch Anders Hjort und Morten Hyldahl stoßen zur Gruppe hinzu. Bei manch einem Live-Auftritt stehen sie jedoch mit einem ganzen Duzend mit verschiedenen Freunden auf der Bühne.

2010 folgt mit “Let This Be The Last Night We Care” die dritte LP, die ihnen das bislang größte positive Kritikerecho einbringt. Sie erscheint flächendeckend in Europa als auch den Vereinigten Staaten und Japan.

Im Februar 2011 schließt die EP “And The Running With Insanity” an bisherige Werke an.

Die Instrumentierung ihn ihren Songs ist vielfältig: Nebst akustischen oder elektrischen Gitarren und Schlagzeug sind vor allem die Stimmen präsent. Dazu kommen Synthesizer und elektronische, teils geräuschbasierte Percussions. Auch ein Akkordeon findet sich häufig, selbst ein Klettband schafft es als Instrument mit auf die Bühne. Was längst nicht alles ist. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.