1996. Ihr zweites Album “1977” schlägt ein wie eine Bombe. Ash sind die Helden des Vereinigten Königreichs. Endlich hat die Queen ihren eigenen Grunge. Gemischt mit einer ordentlichen Portion Teenie-Hype. Das macht die Band groß, zu Idolen ihrer Generation. Einer Generation, die um 1977 herum geboren ist, in dem Jahr, in dem “Star Wars” in die Kinos kommt. Sie werden Identifikationsfiguren der britischen Rockkids.
“Man erwartet, dass man seinen Höhepunkt mit 24 erreicht und es mit 28 wieder bergab geht. Wir sind erst 19 und an der Spitze.” Treffender als Tim Wheeler himself es 1996 auf den Punkt brachte, kann man es nicht sagen. Und es kam was kommen musste. Die Band selbst spricht vom “Burn Out-Syndrom”. Man gibt sich dem Exzess hin. Mehr Sex and Drugs als Rock’n’Roll. Den extremen Erwartungshaltungen, die von der Presse übereifrig gepusht werden, kann das nicht massenkompatible, sehr dunkle Folgealbum “Nu-Clear Sounds” nicht stand halten. Ein Ende wird vorschnell prophezeit, die englische Presse schreibt sich die Finger wund über Marks Selbstmordversuche oder Ricks Kotzorgien. Aber Ash sind nicht totzukriegen, und 2001 gibt es neues Material, das man wieder etwas gelassener, vom Druck unbeeindruckter aufgenommen hat.

Timewarp: 1992. Downpatrick, Nordirland: Zwei Jungs gehen zur Schule und wollen Musik machen. Wer nicht, wenn er 15 ist? Aber Tim Wheeler (Gesang, Gitarre) und Mark Hamilton (Bass) wollen nicht nur, sie tun es auch. Fehlt nur noch der Schlagzeuger. Den finden sie in dem merkwürdigen Typen aus der Klasse über ihnen, Rick McMurray. Es ist ihnen zwar peinlich, diese eigenartige Person in ihre Band zu nehmen, aber in ganz Downpatrick gibt es keinen anderen, der Schlagzeug spielen kann.

Die Drei nennen sich “Vietnam”, und versuchen, ihre Metal-Vorbilder zu covern. Aber bis auf die langen Haare klappt das nicht so recht. Aufgeben wollen sie nicht, also probieren sie was Eigenes aus. Schon 1994 könnten sie ihr erstes Minialbum “Trailer” auf dem Indie-Label Infectious Records rausbringen. Parallel geht die Band mit Elastica auf Tour und erspielt sich so große Sympathien beim englischen Indie-Publikum. Nebenbei machen Tim und Mark 1995 noch schnell ihre A-Levels. Nun ist der Weg frei für Größeres und die Band wird auf Promotouren nach Japan, Australien und Amerika geschickt.

Ihre Songs handeln von Anfang an vom Weltraum, Jackie Chan-Filmen und … Mädchen. Wenn man die Band nach den Inhalten ihrer Lieder fragt, antworten sie gerne mal kichernd, Tim schreibe die Texte. Und der schreibe vor allem über sein wütendes Leben. Oder über seine merkwürdigen Frauengeschichten. Die gibt es zuhauf seit die Haare abgeschnitten sind, die Alben toppen und er “wild sex” zu seiner Lieblingsbeschäftigung kürt.

1997. Um das wilde Leben nicht überhand nehmen zu lassen und den Sound zu verbessern, hat man Charlotte Hatherley, vorher bei der Londoner Band Nightnurse, als zweite Gitarristin mit in den Ring genommen. Da ist der Megaseller “1977” schon draußen und die Band auf Dauertour. Doch trotz der weiblichen Begleitung geht es weiter mit dem Rockstarleben.

2001. Ob Ash im neuen Jahrtausend wirklich diszipliniert und erwachsen ankommen? Nicht ganz, aber mit dem neuen Album “Free All Angels” knüpfen sie wieder da an, wo sie ihren großen Erfolg begonnen haben: Bei Poppunkhymnen mit enormem Spaßfaktor. Das Liveset hat wieder an Härte gewonnen und Ash sind wieder voll da. Und wer kann schon von sich behaupten, dass er mit 24 schon seinen zweiten Karrierehöhepunkt feiern kann?

2002. Das Best Of-Album bringt mit „Envy“ sogar einen neuen Song mit sich, der sogar als Single erschien. Es folgte eine Pause.

2004. Es endete die Pause. Wie sich das äußerte? Mit einem neuen Album, welches den Tite „Meltdown“ trug. Vorab war mit „Clones“ eine Download-Single verfügbar. Auch „Meltdown“ konnte als Erfolg abgestempelt werden, jedoch war es nicht ganz so erfolgreich wie noch „Free All Angels“. Charlotte Hatherley veröffentlichte mit „Grey Will Fade“ ein Soloalbum. Zwei Jahre später verließ sie die Band, da sie nun weiter an ihrer Solokarriere arbeiten wollte.

2007. Nachdem sie durch irhe Club-Tour ihr neues Material antesten konnte, erschien „You can’t have it all“, die Vorabsingle zum im Juni erschienenen Album „Twilight of the Innocents“. Kurz vor der Veröffentlichung der Platte verkündeten Ash, dass „Twilights of the Innocents“ ihr letztes Album wird. Denn in Zukunft werde es nur noch Singles geben, die dann zusammengefasst auf Compilations veröffentlicht werden sollen. Ash sehen sich dadurch als Vorreiter einer Art digitalen Revolution.