Man muss als Band schon ziemlich selbstbewusst sein, um das Debütalbum (die Secret Machines-EP ‘September 000’ ist in Deutschland nie erschienen) mit einem neun Minuten langen Song zu eröffnen. Doch den Brüdern Ben und Brandon Curtis und ihrem Drummer Josh Garza gelingt es tatsächlich, sich nicht in endlosem Gitarren-Gewabere zu verlieren, sondern frisch und frech auf den Punkt zu kommen. Und ganz neben bei auf ihre Einflüsse wie Pink Floyd, Led Zeppelin und diverse Krautrock-Bands zu verweisen.

Die drei Jungs haben sich in ihrer Heimatstadt Dallas kennengelernt, wo es den Secret Machines aber bald zu eng wurde. „Wir hatten unser ganzes Leben in Dallas verbracht, und dort auch alles erreicht, was man als Musiker erreichen kann. Und irgendwann will man mal raus und die Welt sehen. Da kann man dann auch gleich ganz neu anfangen“, erzählt Brandon. Und Josh fügt hinzu: „Den Erfolg, den man als Band in Dallas haben kann, ist nun mal begrenzt. Aber es gibt Orte wie eben New York oder vielleicht auch L.A., da gibt es diese Grenzen nicht, da kann man sich immer weiterentwickeln.“
In New York arbeiteten die drei weiter an ihrem Sound und dem äußerst gelungenen Album ‘Now Here Is Nowhere’. Ihre Mischung aus rotzigem Big Apple-Rock und den gelegentlich psychedelischen Verbeugungen vor den Vorbildern stellt dabei eine willkommene Bereicherung zu den diversen, momentan so präsenten Indie-Rock-Kollegen dar. Als Profiteure eines aktuellen Hypes sehen sich The Secret Machines allerdings nicht: „Man muss als Band immer kämpfen und sich durchsetzen, egal was die Medien sagen. Denn wonach die Leute suchen – egal ob im Rock, im HipHop oder in der Klassik – ist gute Musik, und nicht nur irgendeinen von den Medien gepushter Trend.“

Dabei haben sie grundsätzlich gar nichts gegen Lob und Lorbeeren einzuwenden, wie Brandon bestätigt. „Ein Hype ist ja nicht grundsätzlich schlecht. Das Problem ist nur, wenn Bands dem nicht gerecht werden können. Man kann sich durchaus hinstellen und behaupten, man sie die beste Band der Welt. Aber dann muss man es natürlich auch sein.“
Den Machines jedenfalls eilt aus New York der Ruf voraus, die beste Live-Band der Stadt zu sein, und wer sie bei einem ihrer intensiven Auftritte diesen Sommer in Europa erlebt hat, ahnt, dass da etwas dran sein könnte. „Wir versuchen mit jedem unserer Gigs, dem Publikum ein unvergessliches Erlebnis zu geben“, sagt Josh. „Und wir haben immer daran geglaubt, dass wir die beste Live-Band werden könnten. Wenn wir das nicht täten, müssten wir doch eigentlich gar keine Musik machen, oder?“ Womit die Frage nach dem Selbstbewusstsein dann endgültig beantwortet wäre.

Text: Patrick Heidmann