In den letzten Monaten habt ihr mit Einfach FARGO einen Ort kennengelernt, an dem ich in Form von Songs, Gedanken und Interviews den Fokus wieder auf die Dinge gelegt habe, die in meinen Augen wirklich wichtig sind.

Ich möchte dieses Thema nicht nur weiter verfolgen, sondern mit Leuten sprechen, die selbst auf der Suche nach dem einfachen Glück in der Reduktion sind.
Auf meiner Reise zur Einfachheit begleitet mich dieses Mal Milena, eine inspirierende Gründerin, die es nicht nur geschafft hat, ihren Traum von einem verpackungsfreien Supermarkt in die Tat umzusetzen. Den damit verbundenen Stress hat sie direkt in einem weiteren Projekt kanalisiert: „Ein guter Plan“ ist ein Kalender, der uns helfen soll, den Alltag auf radikal-achtsame Art und Weise zu strukturieren. Und das Ganze wurde nun auch noch in’s Englische übersetzt. Ich finde: Milena ist eine Person, von der wir uns alle eine dicke, unverpackte Scheibe abschneiden können. Deswegen habe ich sie für euch in ihrem Laden „original unverpackt“ in Kreuzberg besucht.

Als Milena damals im ersten Semester ihres Studiums mit einer Freundin beim Kochen saß, waren die beiden ziemlich schockiert, wieviel Müll sie dabei verursacht hatten. Dass das auch anders geht, hat sie mit original unverpackt ziemlich erfolgreich unter Beweis gestellt.

Was es damit auf sich hat, erfuhren wir, als wir mit ihr, wie Museumsbesucher durch ihren Laden spazieren durften. Damit ihr zukünftig nicht genau doof da steht, wie Stadtkinder, die zum ersten Mal in ihrem Leben verstehen, dass ihre Cornflakes nicht in der Schachtel wachsen, hat sie uns ihr Konzept und ihre Philosophie dahinter einmal ganz genau erklärt.

Bei original unverpackt gibt es fast ausschließlich Bio Produkte, die man als gut vorbereiteter Stammkunde in die zuvor vor Ort abgewogenen Behälter abfüllt.
Wenn man noch nicht so ein Profi ist, hat Milena natürlich auch diverse Möglichkeiten, von Jutebeutel bis Blechdose für euch am Start. Von 350 Produkten hat sie sich mittlerweile auf 600 gesteigert – und ihr werdet es kaum glauben, aber man findet hier alles was man braucht: vom Apfel über Kondome bis zur Zahnpasta.

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Das coole dabei: Der Müll wird um bis zu 100% reduziert, denn bei einigen Produkten ist die Verpackung komplett wiederverwertbar.

Zurück zu den Cornflakes: Die kann man sich hier nämlich sogar selbst zusammenstellen, statt den Bildchen auf den Fertigmischungen im Supermarkt zu vertrauen. Das ist ziemlich einfach und macht aus 5 Grundsorten plötzlich eine ziemlich endlose Zahl an Kombinationsmöglichkeiten.

Durch den Verzicht auf Verpackungen, ist das Ganze zusätzlich noch billiger als im normalen Bioladen – außer das Klopapier, aber das ist dafür 100% plastikfrei und aus Bambus.

Milena war so ziemlich weltweit die Erste, die ihren Traum von einem Zero Waste Store so konsequent in die Tat umgesetzt hat. Mit original unverpackt erhielt sie ein globales Medienecho und bald auch einige Nachahmer. Das wiederum freut uns aber, denn wenn schon die Cosmopolitan vom „Zero Waste Trend“ spricht, dann kann Milena ziemlich sicher sein, dass sie einiges richtig gemacht hat.

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Wir geben zu: Es klingt zunächst ziemlich kompliziert, komplett Verpackungsfrei zu leben. Aber im Endeffekt gibt es hier alles, was man braucht. Wer es erstmal schafft, auf die Fertigpizza zu verzichten und stattdessen merkt, wie entspannt es sein kann, Linsencurry vorzukochen und einzufrieren, der checkt schnell, wieviel einfacher und entspannter es sich mit diesem Lifestyle lebt.

Bei Milena hört das Ganze nicht beim Essen auf, sie schläft auf second hand Möbeln, trägt fair gehandelte Mode – natürlich ist das ziemlich extrem; wenn jeder so wäre, wie sie, wäre „Einfach Fargo“ ziemlich überflüssig.
Ich hoffe aber, dass wir alle ein bisschen inspirierter und achtsamer durch den Alltag gehen – mit einem minimalistischen Lifestyle und maximalem Genuss.

Zum Schluss haben wir Milena noch zwei persönliche Fragen gestellt.

Was gehört verpackt?

Was kochst du am liebsten?