Unter dem Projektnamen Get Well Soon macht der Mannheimer Songschreiber Konstantin Gropper schon vor der Veröffentlichung des ersten Longplayers „Rest Now! Weary Head, You Will“ international Schlagzeilen. Wir finden: Völlig zu Recht.

Ohne Vorwissen denkt man spontan: Get Well Soon sind Reisende. Reisende durch die musikalischen Welten ebenso wie durchs Land der Schatten. Die vier sinister perlenden Kleinodien auf dem EP-Debüt „All That Keeps Us From Giving In“ sind von wehmütigem Fernweh, einer allgegenwärtigen Sehnsucht umspült. Im Gestus großer Schmerzensmänner wie Cohen und Cave und doch auf ureigene Weise.

Dann hören wir, Get Well Soon sei gar keine Band, sondern ein Soloprojekt des 25-Jährigen Mannheimer Musikers und Sohn eines Musiklehrers Konstantin Gropper, das dieser komplett in Eigenregie ersonnen, geschrieben und eingespielt habe – und sind gleich noch gespannter.

Hier die Auflösung: Nachdem er seit seinem 15 Lebensjahr in verschiedenen Bands gespielt hatte, begann Multiinstrumentalist Gropper irgendwann im stillen Kämmerlein an jenen Songs zu werkeln, die jetzt das Get Well Soon-Repertoire bilden. Live wird Gropper von bis zu acht Freunden und seiner Schwester unterstützt, im „Studio“ (die Aufnahmen entstanden komplett im heimischen Schlafzimmer) spielte er sämtliche Instrumente selber ein. Dennoch klingen Songs wie „If That Hat Is Missing, I Have Gone Hunting“ äußerst vital, homogen und alles andere als steril. Insbesondere im UK, wo Gopper einschlug wie eine Bombe, brachte ihm das düstere Element zahlreiche Vergleiche mit Bright Eyes und Radiohead ein sowie einen Auftritt beim renommierten Glastonbury Festival ein – als zweiter deutscher Act überhaupt.

Eine gewisse Thomyorkehaftigkeit ist insbesondere dem Gesang sicher nicht abzusprechen, aber Radiohead sind nicht unbedingt das erste, woran man denkt. Die Arrangements und die Instrumentierung lassen vielmehr die klassische Schulung des Komponisten erahnen und ohnehin klingt das hier alles ziemlich kontinentaleuropäisch, mitunter gar Balkan-konnotiert.

Traurig, mitunter gar verzweifelt ist Gropper natürlich schon. Nur weiß er diese Traurigkeit in derart anrührende Klänge zu gewanden, dass diese schon wieder Hoffnung machen. Eine ganz große, nicht nur deutsche Hoffnung ist der junge Mann natürlich ohnehin und das für September erwartete Albumdebüt jetzt schon eines, auf das man mehr als gespannt sein darf!

Text: Michael Jäger