Mit ihrem zweiten Album „Matterhorn“ touren die Münsteraner Ghost Of Tom Joad dieser Tage durch die Republik. Sänger Henrik Roger verriet motor.de wie The Cardigans und Punk mit seinen Teenager-Träumen zusammenpassen.

Das Auftaktkonzert eurer Deutschland Tour zu eurem zweiten Album „Matterhorn“ habt ihr in eurer Heimatstadt Münster gespielt. Wie war das für euch?

Henrik: Super. Das Konzert in Münster war ausverkauft und somit natürlich ein perfekter Tourauftakt. Es macht wirklich viel Spaß, denn die neuen Songs funktionieren live total gut. Also wir drei freuen uns gerade zusammen in dieser Band zu spielen.

Das zweite Album zu schreiben ist für einen Musiker bzw. eine Band bestimmt nicht ganz einfach. Man wird an seinem Debüt gemessen. Hat euch das gepusht oder gebremst?

Henrik: Unser Anspruch ist, nie still zu stehen und immer neue Sachen zu machen. Wir haben früher in Punkbands gespielt und uns oft selbst limitiert weil das nicht passte, oder jenes nicht sein durfte. Aber irgendwann brachen wir das auf, weil es uns zu langweilig wurde. Und „Matternhorn“ ist so etwas, wie ein Aufbruch. Die Herangehensweise, die Songs und die Produktion sind viel durchdachter und interessanter gemacht. Es ist ein Brocken. Wir wollen mit diesem Album sagen: Das ist Ghost Of Tom Joad. Lieb es, oder hass es.

Das hört sich aber schon nach einem Rest Punk-Attitüde an.

Henrik: Ja, vielleicht. Auch textlich geht es eben darum deine eigenen Dinge zu machen, egal wie deine Freunde oder deine Familie das finden, und dich nicht anzubiedern. Also schon ein bisschen Punk-Rock-Attitüde.

Dem entgegen findet man auf „Matterhorn“ viel Liebe zu großen Melodien. Der Opener „Through Every Organ“ ist dafür ein gutes Beispiel. Worum geht es in dem Song?

Henrik: „Through Every Organ“ ist ein Liebeslied an die fantastischste Sängerin der Welt, nämlich Nina Persson von The Cardigans. Ich bin ein großer Fan der Band und auch von Nina Perssons Soloprojekt. Ich saß also zu Hause und hatte ein paar schöne Akkorde. Plötzlich flogen mir die Textzeilen nur so zu und zack war der Song fertig. Der Song bringt ein gewisses Gefühl direkt auf den Punkt und wirkt dadurch vielleicht so unmittelbar, wie aus einem Guss.

Würdest du sagen das „Through Every Organ“ ein perfekter Song ist?

Henrik: Ich weiß nicht. Es gibt einen perfekten Song und zwar „Strawberry Fields“ von den Beatles. Allerdings war John Lennon zum Beispiel nach den Aufnahmen zu seinen Songs selten zufrieden. Und ich sehe das ähnlich. Man sollte immer den Anspruch haben noch besser zu werden und deswegen würde ich nie sagen, dass wir schon einen perfekten Song geschrieben haben.

Ghost of Tom Joad – Into the Wild


Wo wir gerade bei bekannten Musikern sind. Ex-Blackmail-Sänger Aydo Abay und auch Oliver Koch, der bis vor einer Weile noch den Bass bei Tomte bediente, äußerten sich euphorisch zu eurem neuen Album. Und Aydo ist sogar als Protagonist in dem Video zu eurem Song „Into The Wild“ zu sehen. Wie kommt es zu dieser besonderen Beziehung zu den beiden?

Henrik:
Also Aydo haben wir im letzten Jahr kennengelernt als wir fast jede Woche auf einem Festival mit Blackmail gespielt haben. In dieser Zeit ist eine Freundschaft entstanden. Mit Olli Koch war das ähnlich. Wir haben hin und wieder mit Tomte Konzerte gespielt und so kam dann die Verbindung quasi durch Zufall zustande, wie bei vielen Dingen im Leben.

Das hört sich nach einer Menge Konzerterfahrung an. Was wünschst du dir für Ghost Of Tom Joad in der Zukunft?

Henrik:
Ich wünsche mir, dass wir ganz viel auf Tour sind und die wenigste Zeit zu Hause verbringen. Und natürlich, dass ganz viele Leute unsere Musik hören wollen. Es sind also ganz kleine Teenager-Träume die ich habe: Mit der Musik um die Welt kommen.

Könntest du zum Abschluss noch den Satz beenden „Matterhorn ist für mich…!“?

Henrik: „Matterhorn“ ist für mich ein phantastisches Album einer kleinen Band aus Münster und ich bin sehr stolz, dass ich in dieser Band spielen darf.

Das Interview führte F. Sievers