Da war doch irgendwas im Hinterkopf, das uns an den Namen Distelmeyer erinnert. Ach ja, es waren die 17 Jahre Popgeschichte, die Jochen Distelmeyer mit seiner Band prägte. Während der deutschen Indie-Pop-Anfänge, in der Texte über Freiheit und die Konsumgesellschaft geschrieben wurden, Künstler wie Tocotronic noch revolutionierten und das Leben musikalisch reflektierten – da war er ganz vorne mit dabei.

Geboren wird er 1967 im nordrhein-westfälischen Bielefeld. 23 Jahre später gründet er mit André Rattay und Eike Bohlken die nach Franz Kafkas Kurzgeschichte benannte Band Blumfeld. Auseinandersetzungen mit der Gesellschaft, Konflikte, Depressionen, Widerstand und Protest sind Themen, über die sich Jochen Distelmeyer in dieser Zeit Gedanken macht.
So heißt es beispielsweise im Song „Die Diktatur der Angepassten“:
„Ich seh’ die Leute in den Straßen/die Diktatur der Angepassten/In den Städten und den Dörfern/leben sie und ihre/Lügen, Lügen, Lügen, Lügen“

Doch 2006 verkündet Blumfeld die Auflösung. Das Ende einer Band, die sich in der Pophistorie einen Namen gemacht hat.
Aber so ganz vorbei ist seine Ära nicht. 2009 kehrt Sänger sowie Songschreiber Jochen Distelmeyer nämlich zurück – Solo – mit neuen Songs und einem Debütalbum.
„Heavy“ ist der Titel des ersten Albums von Distelmeyer, welches auf seiner Homepage mit
>> Distelmeyer schlägt ein neues Kapitel seines künstlerischen Schaffens auf und präsentiert sich einmal mehr als Songwriter der Stunde. Dabei ist „Heavy“ das außergewöhnliche Ergebnis einer intensiven musikalischen Selbsterfahrung unter neuen Vorzeichen << präsentiert wird. Es gibt eben auch schöne Solo-Comebacks.

Franzi Finkenstein