Leonard Albert Kravitz wurde am 26.05.1964 als Sohn eines Fernseproduzenten und einer Schauspielerin in New York geboren. Er wuchs im schicken Upper East Side New Yorks auf und wurde jüdisch-bahamisch erzogen. Nach dem Umzug der Familie an die Westküste der USA, trat Lenny dem „California Boys Choir“ bei, ein ganz vorbildlicher Junge eben. Mit 6 Jahren hält er aber auch schon ebenso gekonnt eine Gitarre. Nicht mehr ganz so vorbildlich geht dann seine Teenagerzeit zu und spätestens als er anfängt sich in Lack und Leder zu kleiden und in seinem alten Ford Escort wohnt und sich unter dem Pseudonym Romeo Blue durch die Clubs in Los Angeles spielt, ist es vorbei mit Muttersöhnchen im Knabenchor. In L.A. kommt Kravitz auch mit Rock’n’Roll in Berührung – war doch seine bisherige Lieblingsband The Jackson Five. So prägen ihn also auch neue Vorbilder wie Jimi Hendrix, Led Zeppelin, The Who und Pink Floyd und machen seine Musik zu etwas ganz Eigenem. Doch die Plattenfirmen wollen sich nicht so recht überzeugen lassen von dem der zu schwarz ist für Rock’n’Roll und zu weiß für Soul. So spielt Lenny Kravitz sein erstes Album im Alleingang ein; er spielt alle Instrumente selbst von Gitarre und Bass über Percussions und Drums. Virgin nimmt den jungen Kravitz unter Vertrag, nachdem sie den Longplayer das erste Mal hörten. „Let Love Rule“ erscheint 1989 und wird vor allem in Europa zu einem großen Erfolg. In der Zwischenzeit ist Kravitz mit seiner damaligen Freundin Lisa Bonet wieder zurück nach New York gezogen, wo er sie 1987 auch heiratete. 1988 kommt die gemeinsame Tochter Zoe auf die Welt. Die Ehe hält jedoch nicht lange: 1991 verlässt Lisa Bonet Lenny Kravitz und dieser vom Trennungschmerz getrieben bringt sein zweites Album auf den Markt. „Mama Said“ handelt vorrangig von seiner Liebe zu ihr, vor allem der Song „It Ain’t Over Til It’s Over ist eine Ode an die Beziehung zu Lisa Bonet. Die Single erreicht Platz 2 der amerikanischen Billborad Charts trotz böser Kritiker-Stimmen, die seine musikalische und stilistische Vielfalt nicht zu schätzen wissen. 1993 folgt der dritte Longplayer „Are You Gonna Go My Way“ und mit ihm der endgültige Durchbruch. Das Album erreicht die Spitze der britischen Albumcharts und das Video zur gleichnamigen Single gewinnt einen MTV Video Music Award. Außerdem bekommt Kravitz Grammies für den besten Rock Song und die beste Rock Stimme. Sein Folgealbum „Circus“, das 1995 erscheint, kann nicht annähernd an diesen Erfolg anknüpfen, aber das dürfte Kravitz zu dieser Zeit ziemlich gleichgültig gewesen sein, da seine Mutter im gleichen Jahr an Krebs verstarb und er ihre Krankheit und ihren Tod auf dem Album verarbeitete, was „Circus“ letztlich trotzdem zu einem sehr persönlichen Album macht. Lenny Kravitz nimmt sich eine Auszeit und geht mit Tochter und Großmutter auf die Bahamas um neue Energie zu tanken. Was ihm offenbar gut gelingt, denn sein fünftes Album, schlicht „5“ genannt, bringt wieder die gewohnten Erfolge. Er experimentiert noch mehr mit verschiedenen Stilen und versucht sich das erste Mal mit digitalen Aufnahmen im Studio, denen er bisher sehr skeptisch gegenüber stand. Die Single „Fly Away“ läuft Heavy Rotation auf allen Radiosendern und wird zur Nummer 1 in mehreren Ländern. 2 Jahre später ist es Zeit für ein Greatest Hits Album. Das Album und vor allem die Single „Again“ sind sehr erfolgreich, besonders in den USA. In der Zeit wird Lenny immer wieder mit Grammies ausgezeichnet als Best Male Rock Vocal Performance für die Singles „Again“, „American Woman“, „Fly Away“ und „Dig In“ und stellt damit einen Rekord auf: nie zuvor war ein afroameriknischer Musiker so lange erfolgreich in einer Rockkategorie wie Lenny Kravitz. 2001 veröffentlicht Lenny erneut ein Album, simpel „Lenny“ betitelt. Softer als die Jahre zuvor, verschmähen es die Kritiker. Die Hit-Singles „Dig In“, „Stillness Of Heart“ und „Believe In Me“ sprechen allerdings eine andere Sprache und verkaufen sich enorm gut. Mit „Baptism“ veröffentlicht Lenny Kravitz sein siebentes Studiowerk. Das Album kann allerdings nicht an den so lange währenden Kravitz-Erfolg anknüpfen und wird von vielen Kritikern als zu flach, müde und oberflächlich verrissen. Im Februar 2008 erscheint nun schon Lennys sage und schreibe achtes Studioalbum mit dem Titel „It Is Time For A Love Revolution“. Und siehe da, die Single „I’ll Be Waiting“ erreicht in Deutschland Platz 6 der Single-Charts – sie ist damit bis dato Lennys erfolgreichste Single in Deutschland. Aber von diesem Mann wird man noch mehr hören! Und wenn es als Songwriter und Co-Produzent für die vielen anderen Stars wie beispielsweise Madonna, Vanessa Paradis oder Mick Jagger ist.

Anne Lodyga