Die Jungs der Punkrock-Band Millencolin wurden 1992 von den Bandmitgliedern Erik Ohlsson (Guitar), Mathias Färm (Guitar) und Nikola Sarcevic (Vocals & Bass) in Örebro, Schweden gegründet. Nach dem Skateboard-Trick „Melancholy“ wollten sie sich benennen, doch das klang zu wenig nach einem Band-Namen. Also noch ein bisschen rumgebastelt und siehe da Millencolin waren geboren. Und so wenig wie das Wort Melancholie die Musik der vier Schweden beschreibt, so gut trifft es doch die Verbindung zum Skateboarden: Skate-Punk war und ist das, was Millencolin mit Leib und Seele machen. Vorbilder waren Ende der 1980er aufkommende Skater-Punk-Bands wie Operation Ivy, Mc Rad, Descendents & Odd Man Out, die sie aus Videos kannten. Auch Bad Religion und andere kalifonische Punkbands inspirierten Millencolin, denen sie mittlerweile in nichts mehr nachstehen. 1993 kam Fredrik Larzon als Schlagzeuger dazu; vorher übernahm diesen Part der jetzige Gittarist Mathias Färm. Die ersten Demobänder, „Goofy“ und „Melack“, umfassten 10 Songs, letzteres wurde 1993 dem Label Burning Heart Records vorgelegt und sofort für gut befunden. Zum damaligen Zeitpunkt hatte das Label ganze zwei CDs veröffentlicht; Burning Heart Records ist jedoch bis heute das Label von Millincolin. Nach Veröffentlichung der zwei Mini-Alben „Use Your Nose“ und „Skauch“ und einer wachsenden Bekanntheit durch zahlreiche Live-Gigs , kam 1994 das Album „ Tiny Tunes“ heraus (das Recording dauerte ganze 2 Wochen!) und schon hatten die Jungs ihren ersten großen Ärger am Hals: Warner Bros. verklagt die Band wegen des Albumtitels, der zu sehr an die Zeichentrickserie Looney Tunes respektive Tiny Toons erinnert (das Artwork des Covers ebenso, aber dies spielte offenbar keine so große Rolle). Also nannte man das Album nach dem Rechtsstreit um in „Same Old Tunes“. 1995 brachten Millencolin ihr zweites Studiowerk „Life On A Plate“ heraus mit dem sie national große Erfolge erzielten (Platz 4 der schwedischen Charts) und auf Heavy Rotation im schwedischen Radio wie auch Fernsehen gespielt wurden. Sie gaben sehr viele Konzerte und spielten auf 24 Festivals unter anderem auf dem Roskilde in Dänemark. Sie verließen das erste Mal Schweden im September 1995 um mit Pennywise auf Tour durch Deutschland zu gehen. Einige Wochen später gab es eine erneute Europa-Tour, dann einen Vertrag bei Epitaph um das Album im darauf folgenden Jahr auch in den USA rauszubringen. Daraufhin folgten wieder ausgiebige Touren, zwei in den USA und Kanada, Japan, Australien, europäische Festivals. 1997 kam ihr drittes Album „For Monkeys“, was erst „Four Monkeys“ heißen sollte, aber auf Wunsch der Plattenfirma geändert wurde. Nachdem auch nach diesem Release wieder ein ausgiebiges Touring angesagt war, hatten alle erstmal genug davon den Großteil ihres Lebens auf der Straße entfernt von Familie und Freunden zu verbringen und so entschieden sich Millencolin einvernehmlich eine Auszeit zu nehmen: auf unbestimmte Zeit. Die Auszeit betraf letztlich aber nur das Touren und so kam ein Video mit dem schönen Namen: „Millencolin & the Hi 8 Adventures“ heraus, was eigens von Erik produziert neben Skate und Tourmitschnitten auch unveröffentlichtes Songmaterial enthält. Außerdem brachten sie „The Melancholy Compilation“ heraus, ein Doppelalbum mit B-Seiten, Songs aus den ersten beiden EPs und ein paar Neuen. 2000 erscheint dann ein nächstes Album, produziert in den Hollywood Studios, genannt „Pennybridge Pioneers“. Dies versteht sich als wörtliche Übersetzung von Öre=Penny und bro=Bridge, also Örebro ihrer Heimatstadt in Schweden. Es folgt wie immer eine ausgedehnte Tour; 115 Gigs insgesamt. Gleich im Anschluss schreiben die Jungs wieder neue Songs, diesmal neuerdings in Schweden. Aber vorher wurde ihnen noch eine Tour mit Offspring in den USA angeboten und die nahmen sie selbstredend an. „Home from Home“ kam 2002, wurde in einem Monat aufgenommen und so benannt weil man heimkam vom Touren, was mittlerweile ihr zweites Zuhause war. Auch hier folgt eine Tour – im gleichen Stil wie die Jahre zuvor. Im Oktober 2002 feiert die Band ihr 10jähriges Bestehen gebührend. In ihrer Heimatstadt Örebro wird ein Skateboard Contest durchgeführt, natürlich mit musikalischer Untermalung der Band. Als „Millencolin Open“ geht das Event in Örebros Geschichte ein. Im November 2004 unterschreibt die Band einen neuen Vertrag über zwei weitere Alben bei Burning Heart Records. Und im März 2005 steht das nächste Album „Kingwood“ auch schon in den Regalen. Einen rockigeren Ton schlagen sie nun an, die Jungs, die langsam erwachsen werden. Ab April 2008 ist es das nun 10. Studioalbum der Schweden namens „Machine 15“ erhältlich. Und eine Tour wird mit 99%iger Sicherheit folgen…

Anne Lodyga