Dass die Iren anständige Stimmen hervorbringen, sollte uns allen nach Bono, Damien Rice, Glen Hansard und Lisa Hannigan bekannt sein. Schmerz hört sich quälender an, Liebe wahrhaftiger, Freude ehrlicher. Cheesy-Quatsch beiseite, aber jahrhundertelanges Leiden unter britischer Krone scheint sich auf die Stimmbänder und Emotionszentren der Inselbewohner auszuwirken. Irlands neueste Stimmentdeckung ist Andrew Hozier Byrne, der sich für seine Bühnenpräsenz den am schwierigsten auszusprechenden Teil seines Namens, Hozier (ganz easy Hou-si-är ausgesprochen), auswählte. 

Mit seinem ersten Song "Take Me To Church" nahm er es mit einer der größten Institutionen Irlands, der katholischen Kirche, und deren Engstirnigkeit auf. Mit dem Zusammenspiel aus dem Maximum vertonter Kirchenatmosphäre, Hoziers im Chor des Trinity College Dublins geschulter Stimme und einem Video, das homophob-motivierte Gewalt in Russland visualisiert, wird eine These an die Mauern in den Köpfen der Menschen genagelt. 

Weil uns selbst das nicht gereicht hat, traf sich motor.de mit Hozier um sich den Song noch einmal in einer Acoustic-Version vorspielen zu lassen: