Wir erinnern uns alle an den tragischen Tag, als M.I.A. gemeinsam mit Produzent Skrillex alles um sich herum explodieren ließ. Mit “Go off” ging es dabei jedoch leider weniger um den politischen Charakter, der Matangi in den Jahren ja fast schon inhärent geworden ist, sondern um viel mehr: Sie plante, ihre Musikkarriere als M.I.A. nach ihrem am 9. September erscheinenden fünften Album namens “A.I.M.” zu beenden.

Sie stellt Fest:

  “I’m not Rihanna/ I’m not Madonna/ I’m not Mariah, or Ariana.”

…und das ist genau der Grund, warum sie so dringend gebraucht wird. Die Kontroversen unserer Gesellschaft schreien geradezu nach einer weiblichen Botschafterin für Menschenrechte.

“I’m not Osama/ Monsanto farmer/ I don’t drink no soda/ I believe in karma.”

…das hat auch Matangi realisiert und zu neuer Kraft gefunden, die sich sehen und hören lassen kann. Deswegen meldet sich die Künstlerin mit  “P.O.W.A.” mit einer neuen Single, die nicht auf der Platte zu finden ist.

Wieder schafft sie es, in einem klaren Statement gegen den US-Präsidenten Trump visuell und inhaltlich aktuell und auf den Punkt zu sein, ohne uns mit dem mahnenden Zeigefinger zu erstechen. Als wolle sie ihren Adressaten zunächst auf dem eigenen Kanal erwischen, hat M.I.A. die Lyrics vorab auf Twitter veröffentlicht:

 

Der Song war in einer Online-Session für Apple Music entstanden, in der Künstler ihre Fans live an ihrer Arbeit teilnehmen lassen können. Aus Matangis Freestyle wurde jedoch ein manifestes, politisches Statement, sodass im Anschluss ein Video entstand, bei dem sich Matangi selbst um die Regie gekümmert hat.
Gewohnt bunt setzt sie hierin einen Kontrast gegen die trostlose Umgebung – ein Bild das ganz sicher intendiert als Metapher für die aktuelle mediale und politische Situation zu verstehen ist.

In einem Bett von Blumen kämpft M.I.A. mit ihrem treibenden Beat gegen das Unrecht, das sie umgibt. Wir halten für einen kurzen Moment inne, malen ein Bild in der Zeitung bunt und erinnern uns an das bisschen mehr an Rebellion, das unserer Pop-Kultur so sehr fehlt. Danke, M.I.A. – wir sehen uns auf dem MELT! FESTIVAL!

…übrigens genauso wie Die Antwoord, Bonobo (Live), PhoenixThe Kills, Richie Hawtin, Sampha und SOHN!