Was haben Phoenix, Justice und The Dø gemeinsam? Sie alle sind musikalische Aushängeschilder Frankreichs. Die Indietroniker Rinôçérôse wollen ab jetzt dazu gehören.

Rinôçérôse, so nennen sich Madame Patrice Carrié (Spitzname: Patou) und Monsieur Jean-Philippe Freu, die 1996 anfingen, mit visuellen Effekten und kraftvollen Songs, House und Pop zu verbinden. Vor dieser Zeit waren sie allerdings jeweils in einer Rockband tätig, studierten Psychologie an der französischen Mittelmeerküste und wuchsen mit The Orb und den Stone Roses auf. Somit war die Gründung von Rinôçérôse ein ziemlicher Wendepunkt ihrer musikalischen Laufbahn. Die bekommt 2002 einen entscheidenden Ruck als Moby Rinôçérôse für seine „Area One“-Tour bucht und sie neben New Order und Outkast auf der Bühne stehen dürfen.

Rinôçérôse – Time Machine

Das Besondere an Rinôçérôses Musik? Ihre Mannigfaltigkeit – jedes Lied klingt anders und ist mit elektronischen und experimentellen auf der einen Seite und rockigen Sounds auf der anderen ausgestattet. Das stellt das französische Duo nun auch auf „Futurino“ wieder unter Beweis. Kommt in Songs wie „Tomorrow“ und „Panic Attack“ die Rock-Attitüde durch starke Gitarrenklänge, der tiefen Männerstimme sowie leichte Assoziationen zu Primal Scream zum Vorschein, taucht in „Touch Me“ eine Ähnlichkeit zum Elektro-Duo Justice auf. Letzteres ist Gastsängerin Jessie Chaton zu verdanken, die einst mit Justice „D.A.N.C.E“ erarbeitet und nun bei “Touch Me” ihre Spuren hinterlassen hat.
Eben diese Vielfältigkeit ist es auch, die die musikalische Einordnung Rinôçérôses so schwer macht – ein bisschen Elektro, etwas Trip-Hop und ein Hauch Rock. Jeder Song auf „Futurino“ überrascht den Hörer aufgrund seiner musikalischen Distanz zum vorherigen. Wer im übrigen hinter den zahlreichen Frauenstimmen auf “Futurino” Patou vermutet hat weit gefehlt. Sie ist, was die Vocals angeht nämlich eher zurückhaltend: „Ich glaube, unsere Egos sind nicht groß genug, um selber auf unserem Album zu singen. Rinôçérôse ist alles andere als das!“

Mit “Futurino” ist es Patou und ihrem Bandbruder Jeans gelungen, ein Album zu produzieren, welches vor Vielfalt strotzt. Eine Mixtur aus Justice und New Young Pony Club.

Franziska Finkenstein

VÖ: 17.07.2009
Label: Cooperativ Music / Universal

Tracklist:
01. Panic Attack
02. Time Machine
03. Where Are You From
04. head Like A Volcano
05. Mind City
06. Touch Me
07. The Heroic Sculupture Of “Rinôçérôse”
08. Tomorrow
09. My Cadillac
10. Week-Ende Of Sin