Nein, es ist wahrlich nicht die Art von Musik, die man beim Wäschewaschen im Hintergrund hört. Die während der Busfahrt durch den Mp3-Player dudelt. Die aufgrund ihrer Massentauglichkeit von den Radiostationen rauf und runtergeleiert wird. Diese Musik braucht Zeit. Die scheint man im schwedischen Göteborg mehr als anderswo zu besitzen. Denn neben Audrey und ef reiht sich nun die dritte Postrock-Ambient-Band mit Tiefgang-Garantie ein.

September Malevolence
für ihren Teil haben die Ruhe weg. Wie sonst könnte man sich nach dem Debüt des Jahres lange vier Jahre Zeit nehmen, um die nächste umfeierte Platte auf den Markt zu bringen? Schon der Titel der 2004er Über-Scheibe „Tomorrow we’ll wonder where this generation gets its priorities from“ ließ aufhören. Was sich dann jedoch an feinfühlig durchkomponierten Melodiefeuerwerken durch die Boxen schlich, war an Schönheit kaum zu übertreffen. „Like tornados sweeping across the arctic tundra and the silence that follows“, beschreibt der nordische Vierer das, was eine Welle an neu gegründeten Möchtegern-Postrockbands nach sich zog.

Dann folgte das große Schweigen. Bis Martin, Tobias und die beiden Johans 44 Monate später mit „After This Darkness“ einen neuen musikalischen Erdenbürger vorstellten, der seinem Vorgänger in nichts nachstehen sollte. Niemand wird ahnen, dass Martin Lundmark ein Holzfällerhemd tragender, vollbärtiger Waldschratt ist, so sanft säuselt seine Stimme aus dem Off. Und das Publikum säuselt bezaubert zurück: „Danke“ (und schreibt es in 60 Sprachen auf die Myspace-Pinnwand).

September Malevolence sind:
Martin Lundmark – Gesang, Gitarre, Bass
Tobias Netshagen – Gitarre, Gesang, Piano
Johan Ellersten – Drums
Johan Björklund – Gitarre

Jennifer Beck