Spaß hatten sie immer, die Buben von Sublime. Ob in der Musik oder im wahren Leben. Grenzen gab es nicht und so konnten weder Lizenzen noch Gesetze den fröhlichen Schaffensdrang von James Nowell (Gesang, Gitarre), Eric Wilson (Bass) und Floyd “Bud” Gaugh (Schlagzeug) zähmen. Und doch steckte hinter der omnipräsenten Party-Attitüde immer ein ernster Background, eine im Popgeschäft seltene Botschaft.

Begonnen hat alles am 4. Juli 1988 in einem kleinen Club in Long Beach. Hier spielen drei Skatertypen ohne viel Geprobe ihr erstes Konzert. Zu hören gibt es einen wilden Mix aus Ska, Punk und Reggae. Hinzu kommen unterschiedliche Samples. Das Bühnendebüt wird zu einer einzigen Party.

Motiviert nimmt die Band 1991 ihre erste Platte „40 oz. To Freedom“ auf. Dafür benötigt sie lächerliche 1000 $. Der Vertrieb erfolgt vorerst über den Band eigenen Tourbus, später dann über Skunk Records. Trotzdem verkauft sich der Silberling hervorragend und geht 30.000 mal über den „Ladentisch“. So schafft es die Band sogar in die Alternative-Charts der Staaten. Einziges Problem an der neuen Popularität sind die verwendeten, aber unerlaubten Samples. Sublime bekommen wie auch die Kollegen von De La Soul wegen diesen enormen Ärger und müssen vieles von der Platte streichen, bzw. viel Geld für das Copyright bezahlen.

Vom Lizenztohuwabohu unbeeindruckt nimmt die Band in diversen Häusern und Wohnzimmern den zweiten Silberling „Robbin’ The Hood“ auf. Dabei steht ihnen der ominöse Brett hilfreich zur Seite. Er co-produziert das Album und sorgt für die Fertigstellung im West Beach Studio. Natürlich ohne Geld zu verlangen, versteht sich. Auf den Markt wird besagtes Album via Major MCA gebracht.

Die Band erfreut sich steigender Popularität und gehört bald zur kalifornischen Punkelite. Und doch haben sie nie ihre Einstellung gegenüber der Musik und Gesellschaft verloren. Weiterhin engagiert sie sich für die Erforschung der Immunschwächekrankheit Aids, spielen Benefizkonzerte wie das Aid III-Festival mit Bad Religion und stänkern mit anderen Bands.

Anfang 1996 stehen die Arbeiten zum „Robbin’ The Hood“ Nachfolger an. Wieder versucht sich die Band an einem skurrilen Mix aus Punk, Ska und Samples. Vier Monate bevor der selbstbetitelte Drittling erscheint, stirbt Sänger und Komponist Bradley James Nowell an einer Überdosis Heroin. Der überraschende Tod von Nowell verhalf der Band zu weiteren Ruhm und machte das Album „Sublime“ letztlich zum erfolgreichsten der Bandgeschichte. Dennoch war ein Fortbestand der Band unvorstellbar.

Dass Sublime nicht nur von Fans, sondern auch von musizierenden Kollegen wertgeschätzt wurden, zeigte das Benefizkonzert zugunsten Nowells Sohn Jakob James. So spielten unter anderem Bands wie No Doubt, Pennywise und die Voodoo Glowskulls für das Schulgeld des Kleinen.

Die übrigen Bandmitglieder Eric und Floyd musizierten unter dem Namen Long Beach Dub Allstars weiter, konnten jedoch zu keiner Zeit künstlerisch und kommerziell an den Erfolg von Sublime anknüpfen. So trennte man sich Mitte 2002. Seitdem spielt Wilson in der Band LB Shortbus und Gaugh in der Band Dubcat. Zusätzlich musiziert letzterer im Projekt Eyes Adrift, an dem auch Curt Kirkwood, Sänger und Gitarrist der Meat Puppets und Krist Novoselic, dem Bassisten von Nirvana, beteiligt sind.

Hans Erdmann