Er nennt frühkindlichen Blocktflötenunterricht, Akkordeonstunden, 80er Jahre Schlager und 90er Jahre Hipihop und Leonard Cohen als seine musikalischen Einflüsse. Das musikalische Schlüsselerlebnis des Berliners mit der dicken, schwarzen Brille sollen die Fantastischen Vier gewesen sein. Nachdem sich Sven van Thom ein halbes Jahr mit dem Verfassen englischer Rap-Texte abgerackert hatte, kam nun die ganz große Erleuchtung: „Rap mit deutschen Texten – Yes! – da hätte man auch selber drauf kommen können. An diesem Abend erwachte eigentlich erst mein musikalisches Bewusstsein.“ Mit sechzehn ersteht er seine erste Gitarre und kehrt Gott-sei-dank dem HipHop den Rücken. Jetzt ist Gitarrenpop mit einer Portion Country und ganz viel Melodie angesagt. Garniert mit skurilen 70er Jahre Krawatten, Ennio Morricone Gitarren und einer gehörigen Portion Humor schreibt der 1,69 Meter kleine Sven Van Thom große, manchmal absurde, manchmal melancholische Popsongs. Schaut man sich allerdings diverse Auftritte von Sven van Thom via youtube und besser noch tvnoir.de an, dann schleicht sich hier und da noch ein wenig deutscher Sprechgesang ein – der wirklich witzig ist, denn Texte schreiben kann er, der Sven.

Glatter hört sich das dann auf seinem Debüt-Album “Phantomschmerz” an, das von Elephant Music, in Zusammenarbeit mit Benito Battiston und Sven van Thom, produziert wurde und im September 2008 erscheint. Der geneigte Hörer findet 13 Lieder, die u.a. von sozialen Randgruppen erzählen, wie zum Beispiel von Albino-Apachen (“Lady Snowflake”) oder fast verschollenen Pop Stars (“Was ist eigentlich aus Jeannette geworden?”). Mädchenherzen schlagen höher bei Balladen wie “Ich könnte weinen” und Männerherzen bei Songs wie “Schatz, halt’s Maul”, in dem eine Dame auf (fast) liebevolle Weise auf ihre Kommunikationsschwächen hingewiesen wird.

Bekanntheit über die Hauptstadtgrenzen hinweg erlangte Sven durch die Verwendung seines Songs „Trauriges Mädchen“, welches von Pro7 zur Untermalung eines Spielfilmtrailers ausgewählt wurde. Innerhalb weniger Tage wurde dieser Song über 100.000 mal angeklickt – und das, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal ein Video dazu im Netz stand. Auch bei MySpace.com ist mit über 70.000 Seitenbesuchen das Duett mit der Hamburgerin Synje Norland über Nacht zu einem kleinen Hit avanciert. Natürlich gibt es nun ein Video, indem übrigens Eva Briegel, Frontfrau der Band JULI, in die Rolle des traurigen Mädchens schlüpft.

Laura Anderson