Verwirrt? – Durchaus möglich.
Nervenaufreibend? – Irgendwie schon.
Schrill, rauschhaft, einzigartig? – Mit absoluter Sicherheit.

The Flaming Lips aus Oklahoma sind speziell, um es förmlich mit ihnen zu halten.

1983 entwendete Wayne Coyne mal eben ein paar Musikinstrumente aus der benachbarten Kirche, um mit Bruder Mark Coyne als Sänger und Freund Michael Ivins am Tieftöner eine Band zu gründen. Ist doch eine coole Idee und allemal besser als den lieben langen Tag Pornos und Drogen zu rezipieren, nach denen man sich aber als Andenken wenigstens noch benennen kann. So entstehen der Name und die Band The Flaming Lips.

Wayne entdeckt an sich ein musikalisches Talent und mutiert zum begabten Gitarristen, woraufhin die Gruppe bald einen allerersten Gig im nahegelegenen Transvestiten-Club an Land ziehen kann.
Show-Luft-schnuppernd gründet man hochmotiviert das eigene “Lovely Sorts of Death Label”, auf welchem das “The Flaming Lips”-Album 1985 aufgenommen wird. Zuvor stieg der heiratswillige Mark aus und überließ seinem Bruder Wayne die Band-Leader Position des Sängers.
Hinzu kommt Schlagzeuger Richard Englisch, der aus der Band wieder ein Trio macht. Als solches schmeißen sie alljährlich 1986 “Hear It Is”, 1987 “Oh My Gawd!!!…The Flaming Lips” und 1988 “Telepathic Surgery” in die amerikanische Runde.
Die erste Tour wird mit den Butthole Surfers vollzogen. Beim Reisen lernen sie Mercury Rev-Mitglied Jonathan Donahue kennen, der sie kurzzeitig mit Drummer Nathan Roberts in’s Studio für “In a Priest Driven Ambulance” (1990) begleitet.

Den Plattenvertrag bei Warner unterzeichnen Wayne und Michael aber alleine. Neue Weggefährten finden sie nach 1990 in Saiten-Zupfer Ronald Jones und Stick-Schwinger Steven Drozd. Zusammen veröffentlichen sie “Hit to Death in the Future Head” unter dem Major-Label. Auf der Bekanntheitsskala steigen sie steil gen Himmel. Extra-Schub gibt der Hit “She Don’t Use Jelly” auf “Transmissions from the Satellit Heart” im Jahre 1993.
Erfolg ja, aber vorrangig im alten Europa. Vor allem in England empfängt man die vor Verrücktheit strotzenden Folge-Alben “Clouds Taste Metallic” ’95 und “Zaireeka” ’97 –ein 4-CD-Album- mit offenen Armen.
Zu dieser Zeit sind The Flaming Lips schon wieder ein Trio, nachdem Jones auf spirituelle Reise außerhalb der Band geht. Ersatz wird nicht gesucht.
Mit “The Soft Bulletin” (1999) überzeugt die Band nochmals Fans und Kritiker von ihrer Einzigartigkeit im grandiosen Spektrum des experimentellen, bunten Zirkus-Rock, den sie bei Live-Performances immer wieder mit großen, auffälligen Entertainment-Effekten zur Schau stellen.

Nach einer ungefähr 3-jährigen Auszeit, kehren sie 2002 aus dem Studio zurück. In ihrer Tasche haben sie “Yoshimi Battles the Pink Robots” – eine hochgelobte Platte, für die sie sogar mit dem Grammy ausgezeichnet werden.
Die folgenden Erzeugnisse sind in der audiovisuellen Kunst-Sparte zu finden: “Fearless Freaks”, “VOID” (2005) und “Christmas on Mars” (2006) sind nämlich (Doku-)Filme von und mit den Flaming Lips.
Ein Album konnten die drei Jungs 2006 auch noch fertig stellen: “At War With The Mystics”. Schon wieder abgedreht bis zum geht nicht mehr, aber das sind wir ja jetzt langsam gewohnt.

2009 kehren The Flaming Lips zurück mit ihrem mittlerweile zwölften Studioalbum “Embryonic”.