Wir trauen uns kaum es auszusprechen, aber: Der Sommer geht langsam zu Ende. Da ist es an der Zeit, ein wenig zu rekapitulieren, was uns in den letzten Monaten besonders beglückt hat. Ganz besonders feucht werden unsere Augen, wenn wir an den Juni denken – da war sie, unsere Liebe des Sommers… Zumindest eine davon: Deers. Die bezaubernden (dieses Wort sei uns in diesem Kontext einmal erlaubt) Spanierinnen, deren Blog-Credibility Online-Pilzen gleich aus dem Boden schoss, kamen vorbei, extra für uns, nach Berlin. Nagut, vielleicht nicht extra für uns, aber sie waren trotzdem da und haben Musik gemacht, im wunderbaren Antje Øklesund.

Wie sie uns direkt vor ihrem Konzert im Interview erzählten, wussten Ana und Carlotta, die Anchorwomen der Band, selbst gar nicht so recht, was sie von ihrem neu entstandenen Ruhm überhaupt halten sollten. Denn nach einem Bandcontest ging alles ganz schnell: Plötzlich konnten sie ihre zweite Single in Berlin aufnehmen, noch plötzlicher wurden sie mit Lob überschüttet. Dabei gab es zunächst einfach nur zwei Songs auf Soundcloud, einer (Bamboo) wunderbar-schwurbeliger als der andere (Trippy Gum).

Zu Bamboo hatten sie damals schon selbst ein Video gebastelt, komplett selbst produziert, mal eben an einem Tag gefilmt. Doch auch in den letzten Wochen waren sie nicht untätig: Deers haben nachgelegt, in Form eines Videos zu Trippy Gum:

Das schöne daran ist, dass sie jetzt zwar durchaus „professioneller“ wirken, ohne dabei aber ihre random-witzige Handschrift verloren zu haben. Genau das ist großartig: Nach wie vor sind Deers ein Fehler in der Matrix. Man will sie drücken, wenn sie mit ihren im Verhältnis riesigen Gitarren auf Bühnen stehen, die gerade noch von möchtegern-rockenden Posern besetzt waren. Klar, wie authentisch das letztendlich ist, weiß man nicht. Trotzdem: Wir wollen daran glauben. Wir wollen an Deers glauben, und daran, dass man noch man selbst sein kann, in dieser grauen, harten, zugekoksten Musikwelt.

Also: Deers, bitte brecht nicht unser Herz. Bleibt der Fehler. Unser Fehler. Und lasst uns noch viele andere pathetische und glücksbesoffene Texte schreiben wie diesen.