2003 veröffentlichten die Infadels ihre erste EP ‘Leave Your Body’ über die eigene Plattenfirma ‘Dead At Thirty’. Ihr Debütalbum ‘We Are Not The Infadels’ erscheint nun bei dem renommierten ‘Wall Of Sound’-Label, Sänger Bnann ist inzwischen schon 31 Jahre alt und erlebt mit seinen Kollegen Matt, Al, Richie und Wag gerade die beste Zeit seines Lebens.

“Richie kam auf den Namen ‘Dead At Thirty’, als er ungefähr 18 war und wirklich glaubte, dass er mit 30 bestimmt schon tot sei. Je näher dieses Alter rückte, desto öfter fragten ihn die Leute, ob er diese Prophezeiung immer noch ernst meine”, bestätigt Bnann, dass der Name ‘Dead At Thirty’ schon einige Leute zu besserwisserischen Kommentaren provoziert hat. “Wir hatten uns inzwischen schon längst unzählige neue Interpretationen ausgedacht. Wir beenden unsere Karriere, wenn wir 30 Exemplare unserer Platte verkaufen würden. Oder aber eben erst, wenn wir 30 Singles veröffentlicht haben.”

Nach ‘Leave Your Body’ erschienen allerdings bisher nur die Singles ‘Can’t Get Enough’, ‘Give Yourself To Me’ und ‘Jagger ’67’, so dass Bnanns letzter Vorschlag erstmal als Entwarnung zu verstehen ist. Infadels-Fans der ersten Stunde könnten dank der Singles jedoch auch schon gut die Hälfte der Titel von ‘We Are Not The Infadels’ kennen. Denn darauf zu hören waren als B-Seiten ‘Murder That Sound’ und ‘Reality TV’, bei dem sich die Band über die Zuschauer dieses Fernsehformats auslässt. “Wir wollen damit aber niemanden verurteilen. Wir finden diese Entwicklung im Verhalten der Leute einfach nur komisch. Inspiriert wurde das Ganze übrigens von einem unserer Roadies. Er sang die Zeile vor sich hin, die wir als Refrain verwenden. Wir fanden das so brillant, dass wir ihn fragten, ob wir nicht einen Text darüber schreiben könnten. Für den Refrain bekommt er natürlich die Credits. Wir finden es auch einfach toll, einen ‘normalen’ Menschen zum Texter zu erheben. Wir nehmen uns auch einfach selber nicht so ernst!”

So machen sie sich zum Beispiel den Spaß, bei ‘Jagger ’67’ die Zeile “We make the sound of a satelite, breaking through gravity” mit dazu passenden Computergeräuschen zu unterlegen. “Wir lieben einfach solche Sachen, weil sie so die Geschichte lebendig machen. Es kann auch schon mal vorkommen, dass wir einfach einen tollen Soundeffekt finden. Aber normalerweise existieren schon die Texte und wir suchen uns einfach noch was, um das Ganze aufzupeppen und bei den Leuten ein Aha-Erlebnis auszulösen!”

Nach dem schweißtreibenden ‘Jagger ’67’ kommt auf der CD das ruhige Intro zu ‘Murder That Sound’, das nach seiner Länge von einer Minute und 20 Sekunden benannt ist. “Nach einer aufregenden Nacht brauchst du ja auch erstmal Entspannung. Für uns ist das auch so eine Art Verneigung vor der Schallplatte, denn da gab es ja immer zwei Seiten. Aber das Ganze ist jetzt nicht wirklich nach einem Konzept entworfen, wie es Pink Floyd gemacht haben. Allerdings haben wir auch ‘Stories From The Bar’ extra als letztes Stück auf die CD gepackt, damit die Hörer einfach mit dem Sound davon segeln können!”

Text: Holger Köhler