Nachdem heute endlich einer meiner größten Träume in Erfüllung gehen konnten, dachte ich, mit dem Selfie von mir und Tom und ein bisschen Bill könnte ich glücklich sterben. Aber ich muss erst noch noch am Sonntag ins Berghain. Da werden sie nämlich auch sein. Vielleicht. Aber kommen wir zum Anfang: eine Tokio Hotel Pressekonferenz habe ich mir doch etwas anders vorgestellt. Wir hatten heute vor dem Babylon Kino eine fein säuberliche Reihe mit Fans zur Linken und eine Reihe mit teils verwirrten Pressemenschen und getarnten Fans zur Rechten. Soweit so gut – man kam irgendwann rein, setzte sich in den Saal und fand die ausgesuchten Fans im Sicherheitsabstand von 10 Sitzreihen im hinteren Teil des Raumes, wo sie irgendwie auch hingehören.

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Bevor der Film losging, bildete ich mir tatsächlich ein, alles wäre beim Alten, eben wie 2005 – aber die Fans schreien nicht mehr, sie halten nur noch ihre Smartphones hoch und jubeln jedes mal, wenn jemand etwas „Sexuelles“ sagt. Oder Zigaretten.

Meine Insiderinfos in Funfacts:

1. Sie werden wohl nicht in Deutschland bleiben – sie gehen irgendwann zurück nach LA

2. Im Promovideo wurde zunächst alles und dann doch gar nichts mehr klar. Alles, was ich weiß ist, dass nur Bill und Tom reden durften (wieso auch noch Georg und Gustav, die sind aber mal im Bild und bringen ‘nen Sixpack Cola)

3. Sie spielten ihre Songs den wichtigen Leuten vor und wenn sie meinten, das wäre Scheiße, haben sie es erst Recht gemacht.

4. Sie waren eigentlich gar nicht weg, sondern hatten einfach nur keine Ahnung, wovon sie noch singen sollten, nachdem alle Wetter- und Gefühlslagen in ihren Songs verarbeitet wurden – und gingen in den letzten fünf Jahren feiern, wovon ihr Album maßgeblich inspiriert ist.

5. Der blaue Teddy aus dem “Girl Got a Gun” Video hängt am Zoll fest. Der Penis, aus dem Ping-Pongbälle kommen, ist Bill zuerst gar nicht aufgefallen.

6. Sie vermissen natürlich deutsches Essen und die deutsche Autobahn. Wer nicht?

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Nachdem eine Reporterin mit „dekorativem“ Kraut auf dem Kopf die Namen von Gustav und Georg nicht wusste, aber trotzdem irgendwas mit G sagte, wurde uns allen klar, dass wir die Fragerunde einstellen sollten. Tokio Hotel freuen sich jedenfalls darauf, dass es mehr um ihre Musik gehen wird und nicht mehr so sehr um ihre Privatpersonen. Und aufs Feiern in Berlin freuen sie sich auch – noch.