Andrew Whiteman, hauptberuflich Führgitarrist und Tres-Spieler (Tres ist eine kubanische Gitarre) bei der BROKEN SOCIAL SCENE und dort für all die “smoking Guitarparts“ verantwortlich, hatte bereits vor einigen Jahren mit den ebenfalls aus der Indie-Szene Torontos stammenden Dean Stone und Julian Brown APOSTLE OF HUSTLE gegründet und 2004 das allerorts hochgelobte Debütalbum „Folkloric Feel“ veröffentlicht:

„Wie in einem Traum entwirft Andrew Whiteman (…) auf diesem ersten Soloalbum einen ganz eigenen Folk aus lauter ungewöhnlich klingenden Saiteninstrumenten, tief voluminösen Trommeln und zart hauchenden Gesängen“, schrieb damals der deutsche Rolling Stone, und erklärte: „Folkloric Feel ist ein ganz und gar erstaunliches Album.“ „Es vermittelt echte Hochgefühlte, den Gitarristen von Broken Social Scene hier fliegen zu sehen“ so der Musikexpress, während die Visions riet: „Wer sich in diesem Jahr noch einmal von einer prall gefüllten Platte aufsaugen lassen möchte, der sollte seine Ohren für ,Folkloric Feel’ öffnen.“

Nach monatelangen Touren mit der „Social Scene“ fand man im März 2006 dann endlich wieder die Zeit, an neuen Apostle Songs zu arbeiten. Wie auch schon beim Vorgänger halfen erneut illustre Freunde aus, diesmal Liam O’Neil von THE STILLS, Evan Cranley & Chris Seligman von den STARS, Lisa Lobsänger, die 2006 als Live-Sängerin mit BROKEN SOCIAL SCENE unterwegs war, sowie Daniel Stone auf fast allen Stücken mit Conga, Bongo und Caja.

Herausgekommen sind so zwölf irre reichhaltige und fantastische Songs, dass uns ein wenig die Worte fehlen! „Cheap Like Sebastian“ lullt einen ein und erinnert vielleicht ein wenig an Stereolab. „National Anthem of Nowhere“ erinnert an die Verspieltheit und Vielschichtigkeit von BROKEN SOCIAL SCENE, „!Rafaga!“ lässt all die Jahre, die Whiteman in Cuba gelebt hat (wo er auch die Tres lieben lernte), durchklingen, und und und. Das ganze Album swingt in einer subtilen Art und Weise, wie wir es schon lange nicht mehr erlebt haben! Dabei bleibt es allzeit ein extrem vielschichtiges, intellektuelles und dennoch sinnliches und spannendes Echtzeit-Hörvergnügen erster Güte. Andrew, der seine Live-Band, falls ihm danach ist, übrigens auch schon mal um eine elektrisch verstärkte Flamenco-Tänzerin erweitert, verlegt auf diesem Album Montreal irgendwie nebenbei so ganz NAFTA-mässig nach Lateinamerika, lässt die Latin Playboys Parade laufen und schüttelt immer wieder poppige Hymnen aus dem eleganten Ärmel, dass es eine Wonne ist.

„A skinny songwriter with a penchant for skulls once said ‚Music is my boyfriend.’ I suppose I’d go a step further and say ‚Music is my Pimp.’“ Andrew Whiteman

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