Ein britischer Romantiker, Mexikos Faszination für den Tod und ein hörbares Perfektionisten-Dasein – bei Sascha Ring alias Apparat kommt Erstaunliches zusammen. Auf seinem neuen Album “The Devil’s Walk” frönt er der sphärischen Lethargie und sorgt für große Erwartungen. motor.de freut sich auf ätherische Träumereien und präsentiert die Tour des Wahl-Berliners.

Es gibt nicht viele deutsche Künstler, die bereits im Vorprogramm von Radiohead spielen durften. Sascha Ring ist einer von ihnen. Im Jahr 2009 arbeitete der als Apparat bekannt gewordene Vielsassa mit den Berliner Kollegen von Modeselektor zusammen, kurz: Moderat. Ihr selbstbetiteltes Debüt wurde vom Oxforder Quintett äußerst geschätzt, sodass die Herren gemeinsam eine Bühne teilten. Und wenn wir gerade beim Name-Dropping sind: auch mit Bpitch Control-Chefin Ellen Allien saß Ring bereits im Studio. Seit jeher weiß er sich auf dem Terrain zwischen sphärischen Klängen, Pop-Assoziationen und elektronischen Abstraktionen fortzubewegen. Im September veröffentlicht der Wahl-Berliner nun sein offiziell viertes Studioalbum.

Apparat – “Black Water”

1997 verließ der 33-Jährige Tonschöpfer Thüringen, um in Berlin eine neue musikalische Existenz zu starten. Zwei Jahre später betreibt er gemeinsam mit T.Raumschmiere das Label Shitkatapult. Während seine ersten Veröffentlichungen noch von tanzflächenorientiertem Techno gekennzeichnet waren, wandte sich Ring zunehmend anderen Klangexperimenten zu. So begeisterte sein 2003er “Duplex” mit organischen Ambient-Flächen. Vier Jahre später beweist der letzte Shitkatapult-Release “Walls”, seine Verve für kompositorische Produktionen, werden hier doch Klänge von klassischen Instrumenten mit denen vom Computer verschmolzen. Um es auf den pseudo-elaborierten Punkt zu bringen: Ring gehört zu Speerspitze der deutschen IDM – Intelligent Dance Music.

Inspiriert durch einen Mexiko-Aufenthalt und dem dortigen Kennenlernen des Totenkults, erscheint nun am 23. September sein vierter Wurf “The Devil’s Walk”. Zurück in Berlin ging die produktive Phase jedoch in eine monatelang anhaltende Schreibblockade über – da kam das !K7-Angebot für die legendäre DJ-Kicks-Reihe gerade richtig. Nach einer weiteren Tour ging es wieder ins Studio, um sich an die liegen gebliebenen Ideen zu machen. Und da die neuen Stücke mit Ukulelen, Gitarren, Schlagzeug und Keyboards sowie einer Vielzahl an Klangexperimenten ausgestattet sind, erscheint es nur folgerichtig, sie auch mit einer vierköpfigen Band einzuspielen – aus Apparat wurde Apparat Band.

Apparat – “Ash/Black Veil”

Benannt nach dem Titel eines sozialkritischen Gedichts des britischen Romantikers Percy Shelley, lässt der Soundtüftler auf “The Devil’s Walk” seine computer-basierten Wurzeln abermals einen klein wenig hinter sich. Seine Freunde von Modeselektor kolportierten einst, Ring sei ein rastloser Perfektionist. Das lässt erahnen, was uns auf der kommenden Tour erwarten wird. Die Schnittmenge zwischen Thom Yorke‘schen Intonationen, sphärischen Gänsehaut-Gefühlen und neo-psychedelischer Eingängigkeit lassen Großes erhoffen. motor.de empfiehlt und präsentiert die folgenden Termine:

motor.de präsentiert Apparat Band – Live 2011/12:

09.09.2011 Berlin – Berlin Festival
23.09.2011 Hamburg – Uebel & Gefährlich – Reeperbahnfestival
31.10.2011 Leipzig – Centraltheater
01.11.2011 Zürich – Kaufleuten
02.11.2011 Frankfurt – Mousonturm
08.11.2011 Wien – Flex
09.11.2011 München – Kammerspiele
10.11.2011 Stuttgart – Waagenhalle
11.11.2011 Heidelberg – Enjoy Jazz Festival – Karlstorbahnhof
12.11.2011 Dresden – Beatpol
16.04.2012 Stollwerk – Köln
17.04.2012 Spedition – Bremen
18.04.2012 Kampnagel – Hamburg
26.04.2012 Dachstock – Bern (CH)
27.04.2012 Kiff – Aarau (CH)
28.04.2012 E-Werk – Erlangen
29.04.2012 Kassablance – Jena
30.04.2012 Berghain – Berlin