Ihre drittes Album führte die Arctic Monkeys erst in die Wüste, dann in die Großstadt. Im Interview erzählen die Vier aus Sheffield alles über “Humbug” und Josh Homme.

Erst waren die Arctic Monkeys mit Josh Homme von Queens Of The Stone Age in der Wüste, anschließend hat sie die Produktion ihres neuen Albums “Humbug” nach New York verschlagen. In Berlin bitten Sänger Alex Turner, Gitarrist Jamie Cook sowie Bassist Nick O’Malley und Schlagzeuger Matt Helder motor.de zum Gespräch.

motor.de: Alex, Du bist er kürzlich zu Deiner Freundin nach New York gezogen. Ihr anderen wohnt nach wie vor in Sheffield. Wird es dadurch komplizierter?

Alex: Nein, wir telefonieren ständig. Außerdem kann man heutzutage innerhalb von 24 Stunden überall sein. Als wir das erste Mal als Band in New York waren, dachte ich, dass es toll wäre, dort eine Zeit lang zu leben und als sich die Gelegenheit ergeben hat, habe ich sofort die Taschen gepackt (lacht).

Arctic Monkeys – Crying Lighting

motor.de: Einen Teil des Album habt ihr dort auch gemeinsam mit eurem alten Produzenten James Ford aufgenommen, den anderen zusammen mit Josh Homme in Joshua Tree/Kalifornien.

Jamie: Ja, das war schon ein Unterschied. Sowohl Josh als auch James Ford sind beide sehr gute Produzenten. Aber James sind solche Dinge wie beispielsweise Gitarrenpedals völlig egal. Josh hingegen fährt darauf total ab und.

Alex: Er steht total auf Equipment und kennt sich im Studio gut aus, weiß, was wie verkabelt werden muss und welche Knöpfe gedrückt werden müssen. Aber Josh sagt zwischendurch auch Dinge wie: “Ich möchte, dass das klingt wie ein dickes Kind mit Schokolade auf seiner Wange” und wir wissen, was er damit meint.

Jamie:
Oder er zeigt an die Decke und sagt: “Ich möchte, dass es so groß klingt.

Matt: Er ist ein begnadeter Gitarrenspieler und kann unsere Sicht der Dinge als Musiker teilen. Außerdem weiß er, wie es ist, als Produzent ein Album zu machen. Dass er beide Seiten kennt, war auf jeden Fall hilfreich. Er hat die Jungs bis ans Limit gepusht und sie dazu gebracht, die unglaublichsten Sachen auf ihren Gitarren zu spielen.

motor.de: Und ein bisschen rockiger zu klingen? 

Alex: Nicht wirklich. Anfangs dachten wir zwar, dass wir ein wirklich rockiges Album machen wollen, aber es wurde schnell klar, dass es vor allen Dingen vielschichtig werden sollte. Der Grund, warum wir uns für Josh entschieden haben, war, dass er selbst viel Musik hört. Wir sprachen am Telefon und es war klar, dass er nicht versuchen würde, uns wie seine Band klingen zu lassen.

motor.de: Nach eurem zweiten Album “Favourite Worst Nightmare” hat Alex eine Platte mit The Last Shadow Puppets aufgenommen. Was habt ihr während dieser Zeit gemacht?

Jamie: Nicht viel eigentlich. Ich bin oft mit dem Hund meiner Mutter spazieren gegangen (lacht) und hab Fußball gespielt.

Nick: Mir ging es ähnlich. Ich habe mir ein Haus gekauft und habe mir die Last Shadow Puppets live angesehen.

Matt: Ich habe unter anderem ein paar Remixe gemacht. [zu finden auf seiner Compilation “Late Night Tales”, Anm. de Red.] Aber ich war auch ganz schön faul. Die Zeit hätte für ein Soloalbum gereicht, aber es wäre wohl nicht sehr gut geworden. Eines Tages werde ich das nachholen.

motor.de: Während der Albumaufnahmen hast Du P. Diddy kennen gelernt  und ihn zusammen mit James in seinem Haus in Miami besucht. 

Matt: Ja, das war vielleicht surreal. Aber auch sehr lustig. Er hat mich letztens angerufen, als wir zu Hause waren und wir haben ein bisschen über das Wetter geplaudert. Ob und inwiefern wir tatsächlich zusammenarbeiten werden, ist schwer abzuschätzen. Er ist Geschäftmann und möchte uns helfen in Amerika Fuß zu fassen.