Ok, sie waren manchmal etwas albern und weite Teile einer damals aufkommenden Popdiskurs-Autoren-Clique haben sie nie als Beitrag zur deutschen Kulturneurosen-Selbstfindung ernst nehmen wollen. Auch für die Hamburger Schule waren sie einfach nicht lieterarisch genug. Trotzdem waren Astra Kid eine geile Band – und von solchen gab es im Ruhrpott immer schon weitaus weniger, als es das Potential gemessen am Bevölkerungsanteil der Republik eigentlich hergeben sollte. Nach der Auflösung vor zwei Jahren hat es aber komischerweise nur die Hälfte der Herren geschafft, mit Musik weiter kommerziellen Respekt zu ernten. Schlagzeuger Christian Götzer spielt heute mit Samba auf Tapete Records eher so, naja, Pop eben. Mittelmäßig interessantes Zeug, finde ich. “Pele” Götzer war damals Frontmann bei Astra Kid und spielt jetzt Bass bei Klee. Ok, manchmal sind Klee ganz nett – auch wenn die 1997 als Ralley früher mal viel interessanter waren. Vielleicht aber auch nur in meiner Erinnerung, weil ich mich mit 15 Jahren jedesmal wenn sie bei Viva Zwei liefen, ein bisschen in die Sängerin verknallte. Man muss sie sich damals als so eine Art “Don’t Speak”-Gwen Stefani des Niederrheins vorstellen.  Ihre erste Platte hatten Ralley außerdem in einem unvergesslichen Artwork vertrieben: Als knallbunte MC im Papp-Schieber mit beiligenden Steckbrief-Sammelkarten der Bandmitglieder im Autokarten-Design. Große Klasse.
Aber ich schweife ab – zurück zu Astra Kid. Was Pele Götzer heute nämlich allein unter dem Künstlernamen Pele Caster aufnimmt ist über jeden Zweifel erhaben und wirklich viel besser als vieles anderes auf dieser Baustelle. Nur leider findet er keine Plattenfirma. Auch sein kleiner Bruder (der hatte bei Astra Kid damals glaub ich Bass gespielt – oder wars Rhythmusgitarre?) macht noch Musik. Ganz zauberhafte Elektronika unter dem Namen Klient – ebenfalls noch ohne Vertriebspartner. Sehr ungerecht, das alles! Möge es sich umgehend ändern.