Über zehn Jahre nach der Gründung legen Barra Head mit „Go Get Beat Up“ ihr vorläufiges Meisterwerk vor. Es gilt also, die Band noch einmal ganz neu zu entdecken.

Naturgemäß gibt es nicht jede Woche die neuen Radiohead aufzuspüren, aber das hier ist jetzt wirklich mal was Besonderes. So oder so ähnlich könnte diese Für-euch-entdeckt-Ausgabe anfangen, wenn, ja wenn… es die Band Barra Head nicht schon seit den frühen Neunzigern gäbe und der ein oder andere sie also folglich vermutlich längst für sich entdeckt hat. Da wir aber finden, dass das durchaus noch ein paar Leute mehr sein könnten, „missbrauchen“ wir jetzt einfach mal unsere schöne kleine Rubrik und stellen euch Barra Head vor als sei nichts gewesen.

Also: Barra Head. Kommen aus Dänemark, genauer Kopenhagen, bestehen aus Jakob Hvitnov (Schlagzeug), Arvid Gregersen (Bass) und Sänger und Gitarrist Mikkel Jes Hansen und haben seit 2001 („Songs And Departures“) bislang zwei Alben veröffentlicht.

Barra Head – Go Get Beat Up – Part 3

So richtig los geht’s aber erst jetzt: Das in diesen Tagen erscheinende dritte Barra Head-Werk, „Go Get Beat Up“, verbindet auf vorbildliche Weise protestrockiges Aufbegehren im Stile der frühen New Model Army oder von The Alarm, mit treibendem Post-Punk-Riffing und nicht selten an Sparta erinnernden Songstrukturen. Ohne Zweifel ist es das bislang ganzheitlichste Werk der Band geworden, so vertrackt und gleichzeitig direkt, so dynamisch-treibend und rhythmusbasiert-reduziert waren die drei Dänen noch nie. Vor allem aber haben Barra Head nach über 250 Shows in ganz Europa endlich zu einem optimalen Verhältnis aus purem Rhythmus und Melodie gefunden. Vor archaisch anmutenden Grundstrukturen entfaltet Hansen mehr als einmal eindringliche Linien von einigem Potential, die in ihrer Nachhaltigkeit beeindruckend sind. Mithin der optimale Mix also, um die nicht selten explizit politischen Inhalte der Band an den Mann und die Frau zu bringen.

Erstmals taten die in der Vergangenheit stets selbst für alles Zuständigen sich zudem mit einem namhaften Expertenteam bestehend aus Produzent Tim O’Hear (Dinosaur Jr., Hole), Mixer J. Robbins (u.a. Against Me!) und Alan Douches (LCD Soundsystem) zusammen, und vielleicht liegt es ja auch ein bisschen an dieser Maßnahme, dass Barra Head mit „Go Get Beat Up“ – keine Standard-Plattitüde, sondern aufrichtig gemeint! – ihr vorläufiges Meisterwerk geschaffen haben. Es gibt also in gewisser Weise doch was Neues zu entdecken. Unter anderem möglich ist dies auf der kleinen aber feinen Deutschland-Tour, auf die sich die Band Ende Januar begibt. All jene, die das Glück haben, in Berlin oder Hamburg zu wohnen, sollten sich das Ereignis jedenfalls nicht entgehen lassen.

Barra Head on tour
30/01 2008 Copenhagen – Loppen
31/01 2008 Berlin, Festsaal Kreuzberg Release show with Delbo
01/02 2008 Hamburg, Fundbüro Release show
01/03 2008 Rostock, Mau Club
02/03 2008 Dresden, AZ Conni w/ Bollo
04/03 2008 Nürnberg, Club Stereo
05/03 2008 Trier, Exhaus
06/03 2008 Bonn, tba
07/03 2008 Siegen, Vortex
09/03 2008 Karlsruhe, Alte Hackerei
10/03 2008 Heilbronn, Mobilat
11/03 2008 Freiburg, White Rabbit
12/03 2008 Remseck, Cafe Impuls
13/03 2008 Gießen, Muk Kilians
14/03 2008 Leipzig, Zoro w/ Bollo
15/03 2008 Berlin, Schokoladen

Text: Michael Jäger