Okay, fürs Schubladendenken: die neue britische Björk. Oder: ähnlich extravagant wie Roisin Murphy.

Doch natürlich ist Natasha Khan, kein Wunder, wenn man solche Vergleiche bekommt, eine vollständig eigenständige Künstlerin. Und was für eine! Bat For Lashes heißt ihre Band, in der sie die Zügel fest in der Hand hält, die Songs schreibt und die meisten Instrumente selbst spielt, Ginger Lee, Abi Frenzy und Lizzie Carey vervollständigen diesen furiosen femininen Auftritt, bei dem die Optik genauso wie das Hörbare hohen künstlerischem Anspruch unterliegt. Genau diese Liebe zur kunstvollen Selbstinszenierung, namentlich die extravaganten Kleider, lassen wohl an die berühmte Isländerin denken.

Aus der siedenden Musikszene Englands, Brighton, stammt sie, ist 27 Jahre jung und zaubert diese episch-hypnotisierenden Songs – alternative Popmusik im besten Sinne des Wortes. Das Studium der Musik- und Filmwissenschaften dürfte nicht geschadet haben, die Homepage entlockt noch, dass sie teile ihrer Kindheit in Pakistan verbracht hat. Im Grunde aber alles Makulatur. Natasha Khan schafft atmosphärisch dichte, unglaublich schöne Musik. Um Liebe und alles was daraus entsteht geht es meist. Na klar, was sonst wühlt einen annähernd so auf?

‘Fur And Gold’ heißt das Debüt von Bat For Lashes. Für den Mercury Music Prize ist es schon nominiert und eines ist offensichtlich: wer solche Songs mit solchen Musikvideos kombiniert, dem gehört die Zukunft.
Bat For Lashes ist kein Geheimtipp, Bat For Lashes ist ein zwingender Beweis warum Musik wertvoll sein kann.

Mauricio Quinones

Bat For Lashes – What’s A Girl To Do