Für ihr fünftes Studio-Album ‘Mr. Beast’ haben sich Mogwai wieder einige Besonderheiten einfallen lassen. Während ‘Acid Food’ mit seinen Gospel-beeinflussten Klangflächen auch gut von Moby stammen könnte, haben sie sich für ‘I Chose Horses’ einen japanischen Text von Envy-Frontmann Tetsuya Fukagawa schreiben lassen. Doch keine Angst, der klassische Mogwai-Sound mit Instrumentaltracks zwischen leisen Piano-Phasen und rockenden Gitarren-Blöcken ist auch auf ‘Mr. Beast’ zu finden!

Dominic Aitchison (Bass), Stuart Braithwaite (Gitarre), Martin Bulloch (Drums), Barry Burns (Keyboard) und John Cummings (Gitarre) geht es eben immer noch mehr um die erzeugte Stimmung! Wichtiger als die Texte ist ihnen daher die Musik, sagt Stuart. “Mit unseren Texten wollen wir eigentlich nie was Konkretes aussagen. Die Texte sind immer das Letzte, was wir noch hinzufügen. Für uns ist das nicht der Fokus.”

Trotzdem haben sie sich von Tetsuya Fukagawa schon erklären lassen, worüber er singt. Zumindest hat er ihnen gesagt, dass das Ganze schon Sinn macht, was er in ‘I Chose Horses’ vorträgt. Aber Stuart muss natürlich zugeben, dass er kein Wort davon versteht. Dabei hat die Zusammenarbeit mit Envy schon Tradition. Über ihr eigenes Label ‘Rock Action’ veröffentlichen Mogwai nämlich schon seit Jahren die Platten dieser japanischen Hardcore-Band. “Wir sind mit ihnen übrigens auch schon durch Japan getourt. Das ist echt ein ganz netter Haufen. Blöd ist eigentlich nur, dass wir immer einen Übersetzer brauchen, um uns mit ihnen zu unterhalten!”

Obwohl Mogwai also sogar schon auf der anderen Seite des Planeten aufgetreten sind, haben sie nie den Wunsch gehabt, aus Glasgow wegzuziehen. Jedenfalls haben sie ihn sich nie erfüllt. “Das hat allerdings eher mit familiären Gründen zu tun, als mit der musikalischen Inspiration. Schließlich klingen wir ja auch völlig verschieden zu anderen Bands aus Glasgow. Aber wer weiß, was wir machen würden, wenn wir im sonnigen Spanien leben würden – vielleicht Bikini-Musik!”
Ein erster Schritt in diese Richtung bietet sich da bei ihren gesangsfreien Stücken natürlich an – nämlich einfach mal ein paar populäre Acapella drüberzulegen und so durchgeknallte Mash-Ups zu erzeugen. “Das hat sogar schon mal jemand gemacht – mit Beyoncé! Bei einem anderen Stück ist Muhammed Ali zu hören, wie er in Afrika die Pressekonferenz für seinen legendären Boxkampf gibt. Das ist doch super!”

Text: Holger Köhler