Die laut knatternde Brit-Rock Attitüde in ihren Stücken lässt vermuten, die talentierten US-Teenager seien irgendwo zwischen den rauchenden Schornsteinen Sheffields und neuestem Londoner Hype anzusiedeln. Doch mit der Insel wollen die Rock-Debütanten von Be Your Own Pet lieber nichts am Hut haben. Auf der ersten und gleichnamigen Platte wird ganz unbeschwert und freundlich grinsend geradeaus musiziert.

Zwar haben die post-pubertären Jung-Musiker der High School bereits weit vor dem regulären Abpfiff den Rücken zugekehrt, bestechen aber rein musikalisch mit ausgereiften Arrangements und scheinbar bewusst angewandter Führungs-Kritik in ausgelassenen Gesängen. “Ich meine, es ist schon ziemlich frustrierend, in einem Land zu leben, dessen Oberhaupt die Verbindung zu den Bedürfnissen der Menschen komplett verloren hat, sich in einem Krieg zu befinden, in dem man nicht sein will.” Dinge wie diese, so Sängerin Jemina Abegg, würden den etwas aufgewühlten Zorn in ihren Texten hervorbringen.

Grandiose Tanznummern wie ‘Fill My Pill’ oder ‘Bog’ zerren zusätzlich von pompös auftretenden Riffs eines Jonas Stein an der Gitarre und dem flinken Stick-Jongleur Jamin Oliver. Das alles erinnert teils an Franz Ferdinand, Maximo Park oder gar die Arctic Monkeys. Von überschwänglichen Sympathien für allseits umgarnte britische Manegen-Attraktionen gibt es allerdings kaum, wie Bassser Nathan Vasquez recht fix klarstellt. “Wir haben bereits mit einigen gespielt, und die Jungs von den Monkeys sind schon cool, aber von musikalischen Einflüssen kann hier keine Rede sein! Wir stehen momentan mehr auf Bands wie Black Lips, Black Sabbath, Black Flag oder auch Black Dice.” Muss ja auch nicht sein.

Der erste Streich von Be Your Own Pet wirkt zu keinem Zeitpunkt schlecht aufgetragen oder gar unkontrolliert. Die überhebliche Schminke wird den weniger echten UK-Kollegen überlassen. “Die Welle, die wir gerade reiten, reicht völlig, um das Ganze zu genießen!” Das tun wir mit ihnen und hoffen vor allem auf gelungene Bühnenshows in den kommenden Monaten. Die jungschen Rocker unterliegen im Moment riesigen Scheinwerfern aus allen denkbaren Richtungen. Denkt man da auch an Gastspiele in kommerziellen Glitzerschuppen Marke Top of the Pops? Abegg wirkt noch verhalten. “Äh, ich weiß nicht so genau. Mit solchen Sendungen habe ich es nicht so. Ich weiß, dass die zwar schon mal angefragt haben, aber es kam nicht dazu.” Vasques weniger. “Ich hoffe doch, dass wir dort niemals landen werden!” Wir sind gespannt.

Text: Erik Brandt-Höge