“I’m somewhere I don’t want to be”, singt Cerys Matthews auf dem Opening Track des Albums, das nun Never Said Goodbye heißt. “But I think I’m gonna stay / Please, don’t be alarmed / I’m at the start of something.” Dahinter stehen natürlich jede Menge Geschichten…. wie z.B. ihr Rückzug aus Wales, wo Matthews und ihre Band Catatonia zu Ruhm und Ehre gelangten, aber auch Irrungen und Verwirrungen anheim fielen. Da gibt es die Entdeckung Amerikas, ein Land, das natürlich auch vorher schon bereist, aber eben noch nie durch die Augen und den Stift von Cerys Matthews beschrieben wurde, die hier mal wieder Unglaubliches verbindet: Unschuld und Melancholie. Und dann gibt es hier die Kinder und einen Ehemann, ein neues Leben mit neuen Einflüssen und dem Beginn von etwas anderem, der Suche nach Songs und Sounds. Es gibt Tonnen von Entscheidungen, die gefällt werden müssen, alles durchaus problematisch und mit Änderungen hinsichtlich Studio, Produzenten, Musikern, Ansätzen und Perspektiven verbunden…

 

Tracklisting & Vorhörer
1.  Streets Of New York
2.  A Bird In Hand
3.  Oxgen
4.  Open Roads
5.  This Endless Rain
6.  Blue Light Alarm
7.  Morning Sunshine
8.  Seed Song
9.  What Kind Of Man
10. Ruby
11. Elen

 

… Vordergründig betrachtet ist Never Said Goodbye natürlich ein Popalbum, das Schönheit auf Schönheit türmt, das erfinderisch und melodiös, kompliziert und offenherzig daherkommt, voller sanfter Zwischentöne und süßer Reigen. Am Ende geht es in einer guten Geschichte um Situationen, Entscheidungen und Charakter. Genau so ist dieses Album, das perfekt Melodie und Sound, Harmonie und Emotion miteinander vereint. Dazu Cerys:

“I wanted to make people feel happy, to make people feel good. The main thing is that I hope it sounds different and beautiful. Not avant-garde or difficult to digest, but something that is beautiful in itself, like a little seedling.”

Das ist ihr gelungen – nach Jahren der Flucht und des Sich-Wieder-Findens, als Matthews ihre Heimat, ihre Band und auch ihrem Ruf entfloh, um sich statt dessen in einem vergleichsweise gleichgültigen Land wie Amerika niederzulassen. Mit dem oben zitierten “somewhere I don’t want to be” ist New York gemeint, wo ihre persönliche und kreative Wiederauferstehung statt fand, nicht ohne den oder anderen Hangover und diversen Herausforderungen an Freiheit und Glück. Sie hatte es ausprobieren wollen und es schließlich getan – und herausgekommen ist ein Album, das seine Wurzeln im bukolischen Cockahoop (2003) hat und soundlich so einfallsreich wie nie zuvor geraten ist.

“I was eager to get back to that huge sound, to get back to what I revelled in a lot of the time with Catatonia,” sagt Matthews. “But this time it was on my own feet, without Catatonia. I’ve come to a point where I’m enjoying memories of the band and the songs we wrote, but I had to step back from it and start from scratch myself.”

Der Anfang war also New York, die Stadt, die Matthews im Opening Track des Albums besingt. Dann wenden sich ihre Songs Tennessee zu, wo sie seinerzeit “Cockahoop” aufgenommen hat, und danach geht’s zu einem kleinen Haus nahe Greer, South Carolina, was wiederum nicht weit entfernt is von Spartanburg, South Carolina, was wiederum… nun, das Haus steht draußen auf dem Lande:

“I started writing these songs at a yellow house near Greer, when (daughter) Glenys Pearl started sleeping through the night,” she said. “I came back to Nashville and started working on this album. I wasn’t going to shout in any of the songs, and then all of a sudden I realized I wanted to let loose again. At the end of the day, I’m an absolute huge pop fan. I love mad arrangements and music that has imagination and that doesn’t take the normal route.”

Um genau diese Musik zu erhalten, mußte sie so manchen Produzenten, Musiker und manches Studios ausprobieren, bis sie auf ein Team von Mitspielern traf, das paßte. Dazu gehören der Gitarrenvituose Kevin Teel, der Bassist Byron House, Drummer Mason Neely und die Coproduzenten Stuart Sikes und Ben Elkins. Das Album verwandelte sich von einer Innenschau in ein offenherziges Popjuwel. Elkins – ein bislang unbekannter Musiker aus Arkansas – fügte einigen Tracks ein Hip-Hop Flair zu, und Matthews dirigierte einen musikalischen Trip, der in Gotham begann, durch den amerikanischen Süden wanderte, um am Ende mit Cerys’ Heimatland verknüpft zu werden.

 “The album starts with landing in New York, with this whole new world in front of me, and memories of what has gone behind me still in my mind and my old life still shadowing me,”“Really, that song is an absolute beginning for what the rest of the album is going to be. That’s where you pick up the train, and then you head south. And then you might end up getting an opium dream back to Wales, some kind of imaginary ride on the back of a horse with a medieval knight.” sagt sie.

Der letzte Song auf dem Album, “Elen“, wurde mit Gruff Rhys von den Super Furry Animals geschrieben:

“It’s a song inspired by a lady who had a piano in a parlor that became a hangout for people in a small village in north Wales,”  sagt Matthews. “We turned it into a song about yearning for a sort of home, as in a place near the fire. As soon as the sun goes down, you can turn your horse’s head for home and follow the direction the horseshoes are lining up in the path in front of you. ‘Give us a song, Elen. We’ve been working long and hard.’”

Sanctuary Records