Chicks On Speed begannen als fiktive Band an der Münchner Kunstakademie im Jahre 1997. Anstatt ihre Klassen zu besuchen veranstalteten Kiki Moorse (Deutschland), Melissa Logan (USA) und Alex Murray-Leslie (Australien) unter dem Namen Seppi Bar illegale Parties und entwickelten dabei ihren einzigartigen internationalen „do it yourself“ melting pot style! Die Regeln zu brechen und auf allen Ebenen die Autoritäten von „Experten“ in Frage zu stellen war dabei immer der Kampf und die Technik, die ihnen am meisten Spass bereitete und ihnen schnell eine weltweite Fangemeinde eingebracht hat.

Als Chicks On Speed 1998 mit ihrer ersten Single mit einem grossen Knall auftauchten, wurden sie von vielen noch als Novelty-Kunst-Hype abgetan. In der Tat waren Chicks On Speed von Beginn an einem solchen Medieninteresse ausgesetzt, dass für eine „normale“ künstlerische Entwicklung überhaupt keine Zeit blieb. „Do Or Die“ war das Motto und ist es bis heute geblieben. Multi-Tasking, Energie, Dinge and ihre Grenzen treiben, inspirieren und inspiriert werden waren und sind die Grundlagen der Chicks On Speed-Welt.
Nach diversen Singles, EPs, 2 Alben („The Re-Releases Of The Un-Releases“ und „Will Save Us All“), Einstieg in die Media Control Single Charts mit “Kaltes Klares Wasser”, Heavy Rotation auf MTV und VIVA, Auftritt bei Top Of The Pops, Amerika-Tourneen mit Le Tigre und Peaches, Auftritte als Vorgruppe der B52´s bei deren 25jährigen Jubiläumskonzert in New York oder bei Kraftwerk und Underworld bei der Big Day Out-Tournee in Australien haben Chicks On Speed gezeigt, dass aus dem angeblichen Hype ein unvergleichliches weltweites Pop-Art-Phänomen geworden ist. Und welche andere Band kann bei einem Massen-Rave wie der Mayday das Publikum genauso überzeugen wie in einem kleinen amerikanischen Punkrock-Club?
Chicks on Speed existiert auf allen möglichen Levels der Popkultur, sei es Overground oder Underground. Niemand soll ausgeschlossen werden, jeder ist willkommen weil Chicks On Speed etablierte Genres, Cliquen und Geschmacksregeln einfach nicht interessieren und die Band mit totaler Konsequenz ihre eigenen Regeln aufstellt. Chicks on Speed sind public domain!

Auf ihrem dritten Album „99 cents“ nehmen sich die Chicks On Speed ein neues Themenfeld vor: Pop Capitalism! „99 cents“ ist der CHEAP ART gewidmet! Kunst, die sich jeder leisten kann. Kunst, die jeden erreichen kann! Wie schon zuvor produzierten sie zusammen mit Glove (Berlin), Gerhard Potuznik und Ramon Bauer (Wien) ihre Songs, zu denen sie sich Gaststars wie Peaches („We don´t play guitars“), oder Miss Kittin („Shick Shaving“) einluden. Mit der Ausnahme von „Wordy Rappinghood“ enthält das Album diesmal ausschliesslich Eigenkompositionen. Die erste Single „We Don’t Play Guitars“ ist das Chicks On Speed – Manifest in einem Popsong und sagt: Drei Frauen und ein Minidisc-Player sind verdammt noch mal in der Lage die Welt zu verändern! Auf der Allstar-Tom Tom Club Coverversion „Wordy Rappinghood“ teilen sich die Chicks den Text mit Originalautorin und Chicks On Speed-Fan Tina Weymouth, Kevin Blechdom, Le Tigre, Inga Humpe, Miss Kittin, Nicola (vom Detroiter Elektroact Adult), Acid Maria, Soffy O. und Jill Mingo. „99 cents“ und „Sell-out“ widmen sich dem Thema Pop-Kapitalismus und bringen das ewige Gerede von „Ausverkauf“ auf den souveränen Punkt:
„Tu es selbst bevor es die anderen mit dir tun!“. „Coventry“, „Culture Vulture“ und „Love Life“ sind völlig unironische grossartige Popsongs, die alle überraschen werden, die Chicks On Speed bis heute fälschlicherweise für eine kreischende Trash-Band gehalten haben und das bereits zum Clubhit avancierte „Fashion Rules!“ kann nur aufgrund schlechter Englischkenntnisse für eine Pro-Fashion Hymne gehalten werden.„99 cents“ ist jedenfalls das definitive Popalbum von Chicks On Speed geworden und man sollte schnell zugreifen bevor sich die Band wieder woanders hinbewegt. Denn eines ist sicher: Chicks On Speed nehmen ihren Bandnamen verdammt wörtlich!

Und an allen weiteren Enden wird bereits jetzt an dem Gesamtkunstwerk Chicks On Speed weitergestrickt. Ein Blick auf ihre Webseite ist nur ein Beispiel für ihre Ausdrucksvariationen zwischen Musik, Kunst, Mode und Grafik-Design, die sie mittels ihres eigenen Webshops über die ganze Welt verteilen. Chicks on Speed entwarfen Artworks für Magazine wie The Face oder Sleaze Nation oder für Jim O´Rourke, Fennez und Pita Rehberg vom Plattenlabel Mego. Für das Coverphoto zu ihrer Single „Fashion Rules!“ (2002) stand Karl Lagerfeld hinter der Kamera, zusammen mit dem Designer Jeremy Scott entstand dieses Jahr auch wieder eine Fashionlinie unter dem Motto „Overalls for all!“ und im November 2003 erscheint im renommierten Londoner Kunstbuch-Verlag Booth-Clibborn ihr erstes Buch mit dem Titel „Chicks on Speed, It´s a project!“. All ihre Interessen sind in das Projekt Chicks on Speed eingeflossen und sie haben für sich alle Unterscheidungen zwischen Privatleben, Arbeit, und Freizeit völlig aufgelöst. Chicks On Speed haben sich damit einen Freiraum geschaffen, der ihenen scheinbar beliebig viele Kombinationsmöglichkeiten für künstlerischen Ausdruck bietet. Grenzen gibt es nicht mehr. Genres können sich gegenseitig befruchten und Musik ist dabei das beste Bindeglied. Bereits vor dem erscheinen von „99 cents“ stecken Chicks On Speed tief in weiteren Kooperationen, so steuern sie 2 Songs zum im Herbst auf Skint erscheinenden Album von Dave Clarke bei und nehmen in Barcelona ein komplettes Album mit Cristian Vogel auf. Schon seit 1997 betreiben COS darüberhinaus zusammen mit Jürgen Söder and Upstart (Peter Wacha/Disko B) ihr eigenes Plattenlabel Chicks on Speed Records. Darauf erschienen ihre eigenen Platten und Veröffentlichungen von Künstlern und Gruppen wie Le Tigre, Angie Reed, Dat Politics, Kevin Blechdom und Sylvester Boy. Das Label fungiert als eine gesicherte Plattform und Infrastruktur für Frauen, die für ihre Botschaft elektronischer Musik als Weg gewählt haben und dabei keine Kompromisse machen wollen.

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