Er ist der stille Held im Holzfällerhemd. Die Stimme aus dem Off. Der sanfte Saitenakrobat. Dallas Green, Gitarrist und Sänger der Post-Hardcore-Combo Alexisonfire hat das Schattendasein satt. Bewaffnet mit Akustikgitarre, Glasstimme und jeder Menge Herzblut, dass durch die tattoobehackten Venen fließt, bricht er aus. „Like the sea I’m constantly changing from calm to ill“, erklärt der unrasierte Poet, und schwimmt vom harten- zum herzlichen Ufer.

Die Voraussetzungen für einen Namen, der ebenso einfach wie persönlich ist, wurden dem Kanadier praktisch in die Wiege gelegt. City (Dallas) and Colour (Green) erlebt nach 25 Jahren mit der 2005er EP „Death Of Me“ seine musikalische Wiedergeburt. Und alle Kritiker feiern mit. Kurz darauf erscheint das Full-Length-Debüt „Sometimes“. Ein authentisch-folkiges Akustikfeuerwerk, dass das Herz auf der Zunge trägt. Dass an die Tränendrüsen geht vom ersten bis zum letzten Takt. Dass Schönheit völlig unbekümmert in seiner simpelsten Form zelebriert.

Im folgenden Jahr wird City and Colour vom Chart Magazine zum Künstler des Jahres gewählt. 2007 folgen ein Juno für das „Alternative Album Of The Year“ und eine Live-DVD. Derweil wird fleißig gewerkelt an neuen Tiefgang-Liedern. Das zweite vertonte Tagebuch des rauen Sensibelchens liegt 2008 unter dem Titel „Bring Me Your Love“ in den Plattenläden. Neben all den anderen stillen Helden.

Jennifer Beck