“The Crystal Castles, Places of Magic and Wonder, they are short but breathtaking.”

Anders kann man die Musik des kanadischen Elektrotrashduos Crystal Castles, gegründet 2005, wohl nicht beschreiben. Ein Unterhaltungswunderwerk im Computerspielgewand ohne Ansatz von Klingt-Wie-Wiederholungen. Einzige Referenz ist das gleichnamige und unter Konsolenfreunde beliebte Arcade-Spiel, dass 1983 von Atari hergestellt wurde. Alles flimmert elektronisch, der Beat wird zum Blut und der Hörer zum realen Pac-Man. Zusammen mit der feiernden Meute hüpft man durch abstrus klingende Klangwelten, sammelt Soundedelsteine und befreit nebenbei das schöne Burgfräulein. Der rebellierende Elektrotrasch der Singles „Alice Practise“ und „Magic Spells“ sorgte bereits 2006 für omnipräsentes Kontroler- und Tanzflächenglühen.

„we are crystal castles
we are 1 boy and 1 girl
we are named after She-Ra’s home
we play rough”

Zunutzengemacht haben sich Crystal Castles Vitalität bereits Berühmtheiten wie Health und den Sirenenbrüdern von Klaxon. Ihren 2007er New New Wave Knaller „Atlantis to Interzone“ schickte Crystal Castles dabei rücksichtslos durch den 2-demensionalen Sample-Fleischwolf und erhielt am Ende ein fiependen 80er Jahre Diskoknüller.

Wie weit das Duo vom musikalischen Teleporter in Zukunft getragen wird, entscheidet auch die mit Spannung erwartete EP „crimewave 7“.

Hans Erdmann