Nach Eurovision und etlichen eigenen Hits, hat sich der clevere Allrounder Stefan Raab nun etwas Neues einfallen lassen: Unter dem programmatischen Titel “Bundesvision Song Contest” schickten am 12.2. alle 16 Bundesländer je einen Bewerber ins Rennen um die Krone des deutschen Pop. Bereits seit dem 17. Januar werden die von örtlichen Radiosendern unterstützten Kandidaten in Raabs Show vorgestellt, das große Finale ist am 12.2. in Oberhausen.

Und es fand sich tatsächlich die ganze Bandbreite bundesrepublikanischen Musikschaffens wieder: Von verdienten Indie-Heroen wie Slut (Bayern) über wohl unvermeintliche Leichtgewichte á la Lukas Hilbert (Bremen) bis hin zu den sympathischen Kölnern von Klee, die für das Saarland antreten und den eigenen Anspruch bei der Endausscheidung bereits im Titel ihres aktuellen Singlehits formulieren: “Gold”.

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Das Bemerkenswerte an dieser auf den ersten Blick leicht suspekten ‚mir-san-mir’-Sause ist die Tatsache, dass Raab sich zwar Konzepte und Vertriebsformen von Verdummungs-Formaten wie “DSDS” oder dem “Eurovision Song Contest” (ehemals Grand Prix…)zu eigen macht, aber im Gegensatz zu Flachzangen wie Bohlen nutzt der Moderator seine Breitenwirkung auch, um die im deutschen Untergrund fraglos vorhandene Substanz zu unterstützen. Das beste Beispiel sind Klee. Die Kölner Band um Sängerin Suzie Kerstgens zeigt bereits seit vielen Jahren auf betörende Weise, dass internationale Einflüsse wie Coldplay, Air oder New Order sehr gut mit verträumten deutschen Texten zusammenpassen. Doch erst nach der Umbenennung von Ralley in Klee vor zwei Jahren gelang es dem Kerntrio mit “Unverwundbar” und dem aktuellen Werk “Jelängerjelieber” ein größeres Publikum zu erreichen. Zum Lohn für jahrelanges Durchhaltevermögen können Klee nun mit “Gold” endlich einen ersten Erfolg in den Charts verbuchen.

Doch wie gings am Samstag nun aus? Hier die Ergebnisse:

Der Sieg ging an Juli, die mit “Geile Zeit” und 159 Punkten Gold für Hessen holten.

2. Fettes Brot (Schles. Holstein) – 130 Punkte
3. Sido (Berlin) – 113 Punkte
4. Mousse T feat. Emma Lanford (Niedersachsen) – 85 Punkte
5. Apocalyptica feat. Marta (Baden-Württemberg) – 77 Punkte
6. De Randfichten (Sachsen) – 71 Punkte
7. Clueso (Thüringen) – 63 Punkte
8. Virginia Jetzt! (Brandenburg) – 54 Punkte
9. Klee (Saarland) – 37 Punkte
10. Samy Deluxe (Hamburg) – 34 Punkte
11. Lukas Hilpert (Bremen) – 31 Punkte
12. Slut (Bayern) – 17 Punkte
13. Jansen & Kowalski (Sachsen-Anh.) – 15 Punkte
14. Deichkind (MeckPom) – 12 Punkte
15. Mamadee feat. Gentleman (NRW) – 10 Punkte
16. Sandy (Rheinl.Pfalz) – 10 Punkte

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