“Man sagt, dass die Zeit alle Dinge verändert. Aber in Wirklichkeit musst du sie selbst verändern.” — Andy Warhol

Es gibt nur wenige Berufe, die einen Menschen dazu zwingen, dem Lauf der Zeit so entschlossen ins Auge zu blicken wie der glorreiche und zugleich etwas suspekte Beruf des Rockstars. Und genau das ist es, was den Titel von DAVE GAHANs zweitem Soloalbum Hourglass (Mute/Virgin Records) umso prägnanter macht.

Dabei wäre dem weithin geschätzten Depeche Mode-Frontmann beinahe selbst die Zeit ausgegangen. Inmitten einer tragischen und verständlicherweise umfangreich dokumentierten Phase der Dekadenz und Selbstzerstörung kurz vor Beginn des neuen Jahrtausends hörte Gahans Herz buchstäblich auf zu schlagen — Ergebnis einer Überdosis in einem Hotelzimmer in Los Angeles. Bekanntlich überlebte er, bekam eine zweite Chance und machte sich entschlossen daran, dem Rest seiner Tage Bedeutung zu verleihen — auf eine Weise, wie er es seit sehr langer Zeit nicht mehr getan hatte.

Und so überrascht es vielleicht nicht, dass er diesen Punkt erreicht und eine Platte aufgenommen hat, die ein paar Schichten Rock’n’Roll-Mythologie ablegt und das verletzliche, fehlbare Fleisch und Blut des Menschen darunter bloßlegt. Die sanft-spöttischen Selbstreflexionen seines Solodebüts Paper Monsters gehören der Vergangenheit an. An ihre Stelle ist eine erstaunlich nüchterne und ehrliche Suche nach einer tieferen Bedeutung hinter dem Chaos unseres Erdendaseins getreten. Seltsamerweise ist Gahan davon überzeugt, dass er die Stärke, sich in seinen Texten dermaßen schonungslos zu offenbaren, dem Einfluss seines langjährigen Bandkollegen und Hauptsongwriters Martin Gore verdankt.

Gahan dazu: “Das habe ich im Laufe der Jahre von Martin gelernt, der nicht gerade zu den entgegenkommendsten Menschen zählt, wenn es darum geht, eine zwischenmenschliche Beziehung einzugehen. Aber ich habe ihn durch seine Songs kennen gelernt. In seinen Texten öffnet er sich, und dazu gehört viel Mut.”

Ah ja, Dave und Martin. Von Townsend und Daltrey bis hin zu Barat und Doherty hat es immer wieder diese launischen musikalischen Paarungen gegeben, die mindestens so viele Kontroversen ausgelöst wie sie großartige Musik produziert haben. Gore wurde nach Vince Clarkes Abschied 1981 zur primären kreativen Kraft bei Depeche Mode, wobei ihn Andy Fletcher und später Alan Wilder bei der Soundarchitektur unterstützten — und es Gahan überließen, seine Rolle als Sänger, Frontmann und zunehmend auch als alles überragendes Sexsymbol zu kultivieren. Dies erledigte er mit ungebremstem Geschick und Eifer, während die Popularität der Band in den 1980er Jahren unaufhaltsam wuchs und 1988 in einer spektakulären ausverkauften Show im Rose Bowl in Pasadena gipfelte, bei der diese einstmals seltsame kleine Gruppe von New Wave-Futuristen plötzlich vor 60.000 kreischenden Amerikanern auftrat. Nie wieder sollten sie nur eine Kultband sein; unwiderruflich waren Depeche Mode zu internationalen Superstars gereift, die auf ironische Weise das Versprechen ihres ursprünglich sarkastisch betitelten sechsten Albums Music For The Masses eingelöst hatten. Im weiteren Verlauf ihrer Karriere verkauften sie über 50 Millionen Alben, und über 10 Millionen Fans wurden Zeugen ihrer sensationellen, legendären Liveauftritte.

Was auf jene unvorstellbare Nacht im südlichen Kalifornien folgte, gilt heute als der Stoff, aus dem Legenden sind. Depeche Modes Aufstieg setzte sich im Laufe der Neunziger unvermindert fort, bis der Ruhm den mittlerweile ikonengleichen Sänger der Band überwältigte: Er ließ sein Leben in England hinter sich, zog nach Los Angeles und gab sich einem Lebensstil hin, der ihn beinahe seine Band und, wie eingangs bereits erwähnt, fast sogar sein Leben gekostet hätte.

Wie so häufig führte die Straße der Vergebung auch bei Gahan zu einer deutlich gesteigerten Selbsterkenntnis und weckte in ihm den Songwriter, den er bis dahin stets zugunsten hunderter anderer Belange und Verpflichtungen vernachlässigt hatte.

Doch während er sich nun auf die Veröffentlichung von Hourglass vorbereitet, sei noch einmal erwähnt, dass seinerzeit kaum jemand große Erwartungen an Paper Monsters stellte. Selbst der langjährige Depeche Mode-Mentor und Mute-Gründer Daniel Miller zeigte sich skeptisch. Die Veröffentlichung erwies sich jedoch als durchschlagender internationaler Erfolg und wurde von der Zeitschrift Q unter die Top-50-Alben des Jahres gewählt. Ausverkaufte Tourneen durch die USA und Europa folgten und wurden auf der faszinierenden DVD Live Monsters (2004) dokumentiert. Gahan bewies seine weitere Entwicklung als Songwriter auf dem 2005er Depeche Mode-Release Playing The Angel, dem ersten Album der Band mit von Gahan geschriebenen Stücken; zu seinen Kompositionen zählte unter anderem die Single “Suffer Well”. Das Album verkaufte sich weltweit sensationell, kam in achtzehn Ländern auf den 1. Platz der Charts, und 2005/2006 folgte eine internationale Tour mit Konzerten vor 2,5 Millionen Menschen in 30 Ländern.

Nun hat Gahan sich mit Christian Eigner — dem Drummer der Depeche Mode-Tourband — und Andrew Phillpott — der sich während der Depeche Mode-Touren als Programmierer verdient gemacht hat — zusammengetan und ein erstaunlich vielseitiges und emotional tiefgreifendes Album aufgenommen.

Anstelle einer Sammlung von hochstilisierten und glatt produzierten Songs scheint die Musik auf Hourglass eine direkte Fortsetzung der ganz speziellen Emotionen zu sein, die Gahan auszudrücken versucht. Das Ergebnis ist sehr direkt und alles andere als zweideutig. So beginnt das Album sehr ruhig mit dem beinahe unwirklich schönen, gospel-gefärbten “Saw Something”, Gahans schmerzvolle Stimme vermittelt eine fast schon unheimliche Zurückhaltung sobald es darum geht, sich seines Glücks sicher zu fühlen — aus lauter Angst, dass es plötzlich zu Ende sein könnte.

“Das war der Katalysator, der die Idee auslöste, wieder zu schreiben”, erinnert sich Gahan und fügt hinzu, dass “Saw Something” gleichzeitig “der erste Text war und damit der Schlüssel, der die Tür zu dem Bewusstsein ?Okay, ich kann das schaffen’ öffnete.”

Die drei trafen außerdem die mutige (Skeptiker würden vielleicht sagen schlecht beratene) Entscheidung, die Platte selbst zu produzieren, was zu einem ungewöhnlich direkten Endprodukt führte. Die mühelose Chemie zwischen ihm und seinen Mitstreitern überraschte selbst Gahan.

“Ursprünglich wollten wir nur Demos aufnehmen”, erinnert er sich. “Aber bereits in der ersten Woche war offensichtlich, dass wir mehr als das taten. Die Zusammenarbeit mit Andrew und Christian gestaltete sich sehr angenehm, musikalisch verstehen wir uns wunderbar. So kamen wir auf die Idee, das Album selbst aufzunehmen und zu produzieren.”

Mit bemerkenswerter Leichtigkeit deckt der Sound von Hourglass eine weite Spannbreite von Einflüssen und Stilrichtungen ab. Entschieden elektronischer ausgerichtet als Paper Monsters, vermittelt die CD gleichzeitig eine beinahe primitive Dringlichkeit, die aus der Begeisterung der drei Musiker angesichts ihrer ersten Zusammenarbeit und der Entdeckung der außergewöhnlichen Chemie zwischen ihnen resultiert. Und — vielleicht am wichtigsten — sie ließen sich von ihren Fehlern in gänzlich neue und unerwartete Richtungen führen.

“Das war nichts, was wir uns vorgenommen hätten”, erklärt Gahan. “Wir wollten etwas ohne klare Vorgaben machen, und so wurde das Ergebnis — in Ermangelung eines passenderen Begriffs — organischer. Es war ein bisschen wie “copy” und “paste”.”

Eigner beweist sich als unglaublich vielseitiger Drummer, schafft in einem Moment eine sanfte rhythmische Atmosphäre und trommelt im nächsten donnernde Beats, die den Hörer wie ein Frachtzug überrollen. Und weil die Elektronik den größten Teil der musikalischen Landschaft von Hourglass liefert, kann Phillpotts Gitarre ungehindert durch fantastische Stimmungen streifen, was besonders bei dem unaufhaltsam in die Höhe steigenden, epischen “Kingdom” kaum zu überhören ist.

Was Gahan-Fans am meisten überraschen dürfte, sind die Momente berauschender industrieller Aggression, wie in dem glühenden, hypersexuellen “Deeper and Deeper”.

Vielleicht besonders wichtig für den Sänger, ist Hourglass zu einer Seelenreise geraten. In “Kingdom” gibt er zu: “Glory doesn’t mean that much to me” (Ruhm bedeutet mir nicht so viel), während er sich laut fragt, ob sich wirklich etwas hinter dem verbirgt, was wir mit unseren eigenen Augen sehen können — ein Superstar, der darum kämpft, tief in sich ein bescheideneres Selbst zu entdecken. Seine persönlichen Zweifel werden ganz besonders deutlich in dem ätherischen, Eno-esken “Miracles”, in dem er zugibt: “I don’t believe in Jesus / But I’m praying anyway” (Ich glaube nicht an Jesus, aber ich bete trotzdem).

Tatsächlich schreckt er noch nicht einmal vor seinen hässlicheren persönlichen Konflikten zurück. Auf “Use You” lässt er seiner ausgeprägten Abneigung gegen die Menschen im Allgemeinen und sich selbst im Besonderen freien Lauf. Und in “Down”, der vielleicht nüchternsten Beichte auf dem ganzen Album, singt er resigniert “I feel so old” (Ich fühle mich so alt), während er gleichzeitig zugibt “Down on the ground is where I’m bound to end up” (Unten auf dem Boden, dort werde ich enden). Ein unverblümtes Eingeständnis, dass der Abgrund immer noch allgegenwärtig ist — egal, wie weit er ihn hinter sich gelassen hat. Die alten Dämonen sind offenbar immer noch bereit, ihn jederzeit wieder in die Tiefe zu ziehen.

Doch mit Hourglass blickt er nicht nur seinen Dämonen ins Auge, er identifiziert auch den größten aller Feinde: die Zeit. Und macht zumindest bis zu einem gewissen Punkt seinen Frieden mit ihr.

“Ich weiß nicht, ob es ums Alter geht; darum, einfach älter zu werden”, überlegt er. “Aber es gibt gewisse Dinge, die heute nicht mehr funktionieren. Der Luxus, sich jeden Abend besinnungslos zu saufen und sich dahinter verstecken zu können, gehört der Vergangenheit an. Ich habe Angst, dass ich zu viel Zeit damit verbracht habe, Angst zu haben — Angst mich einfach auf Dinge einzulassen. Ich habe das Gefühl, mich in einem Wettlauf gegen die Zeit zu befinden, fürchte ständig, nicht genügend Zeit zu haben, um dorthin zu gelangen, wo ich sein möchte. Ich glaube, dass ich davor Angst habe, was die Zukunft bringt, und frage mich, ob ich irgendetwas von Bedeutung tue.”

Und tatsächlich gibt ihm Hourglass Antworten auf seine Fragen. Gahan hat nämlich ein Album aufgenommen, das wahrscheinlich schon immer in ihm schlummerte, aber erst jetzt verwirklicht werden konnte: eine Sammlung von Songs, die nicht von dem Superstar stammen, als den ihn die Welt kennengelernt hat, sondern von dem Menschen hinter der Fassade, der wie jeder von uns Ängste hat, kämpft und ein paar wirklich große Fehler gemacht hat — aus denen er lernen will.

“Für mich war diese Platte eine unglaubliche Chance, den Künstler in mir herauszufordern”, begeistert sich Gahan. “Dadurch habe ich weniger das Gefühl, dass die Band meine ganze Identität ist, dass ich ihr alles verdanke. Langsam entwickelt sich bei mir das Gefühl, dass ich tatsächlich eine eigene Stimme habe, die sich in diesen Songs äußert. Für mich ist es die beste Platte, die ich zu diesem Zeitpunkt hätte aufnehmen können. Und sie hat meine Erwartungen an mich selbst weit übertroffen.”

Dennoch meint er abschließend: “Es geht darum herauszufinden, wer ich bin, und mich mit dieser Person wohlzufühlen, egal was ich tue. Ich glaube, ich bin mit meiner Beziehung zu mir selbst immer noch nicht im Reinen.”

Zu den einzelnen Songs auf “Hourglass” erklärt Dave Gahan:

SAW SOMETHING
“Diesen Song hörte ich in meinem Kopf und meinem Herzen, als ich mit dem Songwriting begann; ich konnte es kaum erwarten, ein Mikro in die Hand zu nehmen und ihn zu singen. Im Text geht es darum herumzusitzen, darauf zu warten, dass etwas kommt — eine Art Schutz, oder eine Antwort. Inzwischen habe ich gelernt, dass man losgehen und danach suchen, selbst die Initiative ergreifen muss. Dabei bin ich eher der Typ, der lieber herumsitzt und wartet; aber so läuft das nicht. Es mag seltsam klingen, aber ich glaube an eine Art göttliches Eingreifen, wenn man es zulässt. Wenn man es zulässt und nicht versucht, den Lauf der Dinge in die Richtung zu beeinflussen, die man selbst für ideal hält — worauf ich allerdings sehr viel Zeit verschwende –, dann können wirklich unglaubliche Dinge geschehen; Dinge, die man nie erwartet hätte. Aber dazu musst du selbst die Initiative ergreifen. Für mich ist dieser Song der Ausgangspunkt für etwas Neues in meinem Leben.”

KINGDOM
“Es geht um die Vorstellung, dass es einen besseren Ort gibt, und der ist nicht dort oben in den Wolken, sondern direkt hier. Und es geht darum, das Leben zu akzeptieren wie es ist. Ich würde lügen wenn ich behaupten würde, dass die Welt mich nicht tangiert. Ich habe Kinder und möchte sie schützen, und manchmal gelingt mir das nicht.”

DEEPER AND DEEPER
“Sehr sexuell und animalisch. Aber auch das ist ein großer Teil von mir, den ich bloßlegen wollte. Ich begann dieses Stück zu singen, und Christian meinte, dass ich drei Fuß vom Mikro entfernt stehen müsste, denn ich schrie es förmlich heraus. Es sollte dieses T. Rex-/Gary Glitter-Feeling haben, wie die Glam-Bands früher. Dabei ist es im Grunde ein typisches Blues-Ding, auf einer Idee einfach herumzuriffen.”

21 DAYS
“Diese Nummer baut sich um ein Summen auf, das an die Stooges erinnert, mit einer etwas eigenwillig gespielten Bassgitarre. Dazu singe ich mit meiner wirklichen Stimme, so wie ich die Worte ausspucke. Was den Text angeht, na ja, diese Sachen schleichen sich ein, wenn ich etwas lese oder sehe. Und ich glaube wirklich, dass wir einen Turm aus Angst aufbauen, in dem wir alle leben werden, bis wir uns bewusst dagegen entscheiden.”

MIRACLES
“Eins meiner Lieblingsstücke, weil es so exponiert ist. Visuell kommt es sozusagen aus dem Nebel und verschwindet wieder in ihm. Legt ein bisschen offen von dem, woran ich glaube, aber nicht alles. Ich verrate, dass ich nicht an Jesus glaube, aber trotzdem weiter beten werde. Religion ist kein Konzept das ich … ich halte es für archaisch. Gleichzeitig ertappe ich mich häufig dabei, wie ich zu etwas oder jemandem bete. Wenn der Text in sich widersprüchlich ist, liegt das daran, dass ich mir selbst ständig widerspreche. Die Sache ist die: Ich glaube nicht an Wunder, aber ich erlebe sie ständig in meinem Leben und im Leben anderer Menschen. Ich habe totales Vertrauen in das Leben und die Liebe, nur nicht zu Menschen. Aber im Grunde ist es ein Liebeslied. Und ich glaube an die Liebe, auch wenn ich mich vor ihr fürchte. Es gab eine Zeit, als ich mich selbst komplett verloren hatte, und wenn du dich verloren hast, ist es unmöglich, eine Beziehung zu einem anderen Menschen aufzubauen. Das jetzt in meinem Leben zu haben, eine Familie zu haben, das ist das Wichtigste für mich.”

USE YOU
“Ziemlich dreckig. Diese Nummer handelt von meinem Ekel den Menschen gegenüber, dem Ekel vor mir selbst, meiner eigenen Arroganz und meinem selbstzerstörerischen Verhalten. Ich will etwas benutzen, will das Leben zur Flucht benutzen. Ich glaube, das kommt daher, dass ich als Kind dazu gezwungen wurde, zur Sonntagsschule zu gehen. Ich bekam laut und deutlich zu hören, dass wir alle Sünder sind.”

INSOLUBLE
“Hier geht es um das Wort, ich mag dieses Wort. Es geht um etwas, das man nicht berühren kann, aber du weißt, dass es da ist. Erst hatte ich das Gefühl, der Song würde es nicht auf die Platte schaffen, aber dann beschränkten wir uns auf das Wesentliche. Nun finde ich, dass er sich seinen Platz verdient hat.”

ENDLESS
“Handelt von dem Versuch zu glauben, dass es etwas am Ende des Tunnels gibt, das irgendwie alle Probleme löst; von dieser Illusion. Wir haben ?Endless’ auf fünf verschiedene Arten aufgenommen. Zuerst haben wir es sehr hart gespielt, und das funktionierte nicht. Dann gingen Andrew und Christian aus und landeten in irgendeinem Club, wo der DJ den Beat umdrehte, und sie kamen ganz aufgeregt zurück. Also ließen wir Christian einen Versuch starten, und so entstand dieser ziemlich eigenwillige Beat. Selbst in einem Popformat kann sich der Song in viele verschiedene Richtungen entwickeln, wenn man sich der Herausforderung stellt und Experimente zulässt; das Ergebnis klingt sehr hypnotisch und ist doch gleichzeitig ein Popsong.”

A LITTLE LIE
“Dieses Stück hat eine Art John McGeoch/Siouxsie Sioux-Vibe. Sehr gothic, und daran ist ja nun wirklich nichts auszusetzen. Das ist wie bei diesen Songs, die echte Höhen und Tiefen haben und dich an einen seltsamen, ätherischen Ort entführen. Viele Depeche-Songs haben dieses Feeling, Martin und ich sind ganz eindeutig Mollakkord-Typen. Der Beat erinnert an eine Art Swamp Crawl, etwas aus dem ganz tiefen Süden; das kommt vermutlich daher, dass ich John Lee Hooker und Muddy Waters höre. In diesem Song mache ich mich über mich selbst lustig, verwende eine absolut bombastische Anfangssequenz und singe dann darüber, dass die Zeit für so etwas irgendwie vorbei ist.”

DOWN
“Eins meiner Lieblingsstücke. Es hat fast eine Art Country-Feeling. Die letzte kleine Reflexion darüber, wo ich mit Paper Monsters aufgehört habe. Visuell erinnert es an die Zeit, als ich nicht am Leben teilnahm. Allerdings gibt es immer noch Tage, da denke ich, was soll’s, jetzt köpfe ich die Flasche Jack Daniels.”

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