Als Stadt ein cooles Wappentier oder anderes Wahrzeichen zu finden, ist gar nicht so einfach. Berlin hat ja den Bären – wahlweise in Schwarz oder in knuddelig als Knut. München setzt eher auf Löwen, Bremen auf die Stadtmusikanten. Richtig cool ist aber Brüssel – mit seinem „Manneken Pis“. Das ist so beliebt, dass ich es sogar während meiner “Auslandsspionage” bei einer Brause-Werbung „für Euch entdeckt“ habe – gestern auf dem Weg zum belgischen „Couleur Café“-Festival.

Das findet dieses Wochenende in Brüssel wohl bereits zum 18. Mal statt und bietet einige Vorteile gegenüber anderen Open-Air-Veranstaltungen in Europa. Erstens ist es nicht völlig freiluftig, sondern findet in einigen riesigen Zelten statt. Da lässt sich schon noch der Sonnenuntergang beobachten, wenn das Wetter wie gestern ganz schön ist. Bei Regen bietet die Überdachung und der Boden aus Holzbrettern dagegen einen Schutz gegen Nässe und Schlamm.

Gut ist auch, dass das „Couleur Café“ in einer europäischen Metropole stattfindet, die dementsprechend guten Schlafraum („Camping ade!“) und Einkaufsmöglichkeiten bietet. In Belgien hat jetzt wohl gerade auch schon der Sommerschlussverkauf begonnen, so dass ich mich da nebenbei noch sehr günstig mit schönen CDs (unter anderem einen Sampler mit Starflam, der wohl bekanntesten belgischen HipHop-Crew) eingedeckt habe, die es bei uns wahrscheinlich höchstens als sauteure Importe gibt.

Doch zurück zum „Couleur Café“. Bekannteste Künstler waren gestern Patrice, UB40, Kelis (die teilweise richtig mit Live-Band gerockt hat) und das Gotan Project, die sich gleich mit vier Streicherinnen, Akkordeon, Piano, Videoinstallationen und was weiß ich noch allem hervorragend inszeniert haben (Das Interview zum letzten Album findet ihr hier!).

Wer jetzt Lust bekommen hat, dem kann ich nur die nächsten zwei Tage empfehlen. Heute sind unter anderem Ziggy Marley, Cassius, Adrian Sherwood und Buscemi zu sehen, morgen kommen Ayo, The Roots, Horace Andy (der immerhin auch schon seit 35 Jahren Reggae-Geschichte schreibt!) und Sean Paul. Alle Infos dazu sind unter www.couleurcafe.be zu finden.

Wer übrigens mal den ein oder anderen originellen Tipp für Brüssel braucht, kann sich an www.brusselstofpeople.eu wenden. Da wird der Kontakt zu Deutschen hergestellt, die in der Stadt leben. Ich habe da auch mit einigen gesprochen und fand sie sehr nett. In diesem Sinne: „Let’s get busy“!