Sein erstes Stück erschien 1997, aber das offizielle Debütalbum ‘SJ’ (Bozz Music/Sony BMG) legt Jonesmann erst fast ein Jahrzehnt später nach. In der Zeit hat der Frankfurter MC jedoch so an seinem Stil gefeilt, dass seine Stücke nun die Clubs wirklich zum Rotieren bringt.

Zumindest ‘Fick Dich’, in dem Jonesmann eine gescheiterte Beziehung aufarbeitet, schaffte es Ende letzten Jahres in den Deutschen Black Charts bis auf Platz 4. Was für einen deutschsprachigen Rap-/R’n’B-Titel mehr als beachtlich ist!

Seine Karriere startete Samson Jones mit der Crew Chabs auf dem Sampler ‘Strength’ von den Asiatic Warriors. Darauf präsentierten sich Chabs sowohl beim Possetrack ‘Unity Iz Strength’ an der Seite von Leuten wie Azad, D-Flame und Tone als auch mit dem eigenen Stück ‘Der Tag’. Doch die in den Sampler gesetzten Hoffnungen erfüllten sich 1997 nicht, wie Jonesmann es sich gewünscht hätte. Eher das Gegenteil war der Fall. “Die Jungs wollten mit dieser CD ein eigenes Label an den Start bringen. Leider lief das Ganze jedoch nicht so gut. Letztlich haben sich die Asiatic Warriors sogar getrennt.”

Auch Chabs schlugen schließlich nach ihrer Maxi ‘Kern Der Wunden’ und einigen Gastraps Solo-Pfade ein. Zu einer Art Wiedervereinigung kam es dann 2004 dank Azads Label ‘Bozz Music’, für das Jonesmann mit Chabs-Kollegen Jeyz ein Stück aufnahm. Überhaupt lief 2004 ziemlich erfolgreich für ihn. Einerseits wurde seine Kollabo-EP ‘Gesucht Gefunden’ mit Pal One raus gebracht, andererseits koppelte Azad noch die Single ‘Kopf Hoch’ mit ihm aus. Der Höhepunkt war dann sein Mixtape ‘Macht, Käse, Flows, Cash’.

Doch den absoluten Ritterschlag erhielt Jonesmann schließlich 2005: Xavier Naidoo wollte ihn für das Stück ‘Wo Komm Ich Her’, wodurch es auch ein Wiedersehen mit Pal One gab. “Wir waren ja keine Gruppe, sondern haben uns bei der EP einfach gegenseitig unterstützt. Xavier hatte uns daher getrennt von einander angesprochen. Doch dann sind wir alle zusammen ins Studio gegangen, um das Ding aufzunehmen.”

Während sich die Wege von Jonesmann und seinen Partnern also immer wieder trennen und kreuzen, zieht sich zumindest ein roter Pfaden beständig durch seine Platten: ‘Bruderliebe’. Inzwischen ist er nämlich auf ‘SJ’ beim dritten Teil dieses Songs angekommen. Darin spricht Jonesmann mit seinem Bruder, der 1991 gestorben ist. “Für mich ist das so, als ob du jemandem Briefe schreibst. Ich erzähle einfach, was bei mir inzwischen so abgeht.”

Da geht so Einiges ab. In ‘Dickere Sau’ lebt er seine Sexfantasien aus, wohingegen er mit ‘Mehr Für Mich’ eine Liebeserklärung an sein Mädchen rausschickt. Nachdenklich wird es in ‘Homies’ und ‘Brücken’. Für den Battletrack ‘Soldat James Rhyme’ entwarf er sogar ein richtiges Konzept. Darin bezieht er sich mit dem einzigen Albumgast Azad auf unzählige Filmtitel. Als Single kommt aber zunächst ‘Bis Der Letzte Fällt’. Denn 2006 will Jonesmann sich bis an die Spitze durchboxen!

Text: Holger Köhler