Die Musikpresse international scheint ratlos – was machen wir nur mit den Südafrikanern, deren Zef-Style unaufhaltsam um den Globus marschiert und in der dieswöchigen Release des Albums “$O$” gipfelt? In welche Schublade packen: Fragwürdig gehypter Rave-Rap, der unter die Gürtellinie geht? Geniale Clubmusik-affine Kabarettisten? Die Antwoord – ein Projekt, das polarisiert.

Schön, dass die Hauptprotagonisten Watkin Tudor Jones a.k.a. Ninja und Yo-Landi Visser der Welt diese Antwo(o)rt weiterhin schuldig bleiben, mit dem südafrikanischen Vorstadt-Image spielen, Clips und Bühnenshows an den Start bringen, die die ausgefeilteste Deichkind-Performance wie einen Kindergarten aussehen lassen und damit die Clubs der Welt in Schutt und Asche legen.

Für mich in jedem Fall ein Lichtstrahl im sich teilweise stark in Retro oder Revival sowie Ideen- oder Anspruchslosigkeit verlierenden Musik-Business: Provokation, Exzentrik, Übertreibung, Selbstironie, (Anti-)Style und ein Art geniales Method Acting, dass auf einem mörderlichen Bass/Beatgerüst thront. Übers Ziel hinausschießen wird hier zur Strategie und Barbie-Girl anmutende Eurodance-Elemente scheinen genauso en vogue wie Shorts, die neben Pink Floyds Dark Side Of The Moon-Cover vor allem der Genitalabdruck ziert.

Lange Rede kurzer Sinn – gebt euch den neuen Die Antwoord-Clip zu “Evil Boy” und entscheidet selbst, ob das Ganze nun unglaublich genial oder einfach nur durchgeknallt ist.

Die Antwoord – “Evil Boy”

Mehr Hintergund-Information (oder eben auch nicht) findet ihr »hier im aktuellen Antwoord-Interview des Rolling Stones.