Natürlich hat nicht jeder Film etwas Wichtiges zu sagen, und weder Emmerichs „10.000 B.C.“ noch „Die Spartaner, meine Frau und ich“ möchte man eigentlich unterstellen, dass er dem Publikum gegenüber auch nur den Ansatz eines Bildungsauftrags verspürt. Aber trotzdem tauchen Woche für Woche allerlei Filme auf der Leinwand auf, die dem Publikum eine echte Botschaft – oder zumindest ein bisschen was Lehrreiches – mit auf den Weg geben wollen.

Bei „U2 3D“ kann man darüber sicherlich noch streiten, immerhin ist das Ganze letztlich nichts anderes als ein recht konventioneller Konzertfilm über die irischen Gutmenschen-Rocker. Dass die Filmemacher sich dabei der 3D-Technik bedienten (weswegen der Film vor allem in Imax-Kino zu sehen ist), ist nicht uninteressant, aber letztlich bleibt hier doch eine Erkenntnis stehen: entweder man ist ein Fan von Bono und Co. – oder eben nicht!

Ebenfalls musikalisch geht es in „Walk Hard: Die Dewey Cox Story“ zu, wenn auch nicht als Konzertfilm, sondern als Biopic. Aufmerksam gemacht wird hier vor allem auf die Ähnlichkeiten, die in den Lebensgeschichten von Ray Charles, Johnny Cash und scheinbar allen anderen Musiklegenden (selbst den fiktiven!) doch erstaunlich groß sind. Und wer hätte gedacht, dass das Schema „Kindheitstrauma/rasanter Aufstieg/Drogenkrise/Comeback“ nicht nur sehr amüsant sein kann, sondern auch noch eine Warnung vor dem sorglosen Umgang mit Macheten mit sich bringt?!

Filme können allerdings auch ernste Anliegen haben, und „Die Welle“ ist da natürlich das extremste Beispiel. Denn auch wenn die Neuverfilmung des Lehrplan-Klassikers mit Jürgen Vogel als coolem Lehrer und allerlei deutschem Schauspielnachwuchs betont lässig und flott daherkommt, ist immer klar, worum es hier geht. Daran, dass Faschismus nichts ist, von dem sich nicht auch heute noch jeder ergreifen und verführen lassen könnte, besteht nach diesem fast als Krimi erzähltem Experiment im Klassenzimmer kein Zweifel mehr.

Lars und die Frauen“ dagegen macht es sich zur Aufgabe, neue Verwendungsmöglichkeiten für Sexpuppen zu propagieren. Der stille Protagonist dieser kleinen Komödie hat nämlich mit seiner noch stilleren Freundin aus Plastik so gar nichts Sexuelles im Sinn, sondern lässt ihr lieber beim Frisör die Haare schneiden, nimmt sie mit zum Arzt und sorgt dafür, dass die morgendliche Unterhaltung am familiären Frühstückstisch noch ein wenig verkrampfter ist als sonst. Sogar streiten kann Lars mit Bianca auf trefflichste.

Auch „Love and Other Disasters“ hat etwas zu sagen über das Verhältnis von Männern und Frauen, wobei hier keiner der Beteiligten aus Plastik ist (über die Brüste von Hauptdarstellerin Brittany Murphy wagen wir vorsichtshalber keine Aussage…). Hilfreich ist es aber sicherlich allemal, wenn die Komödie mit alt eingesessenen Vorurteilen aufräumt. Denn natürlich sind nicht alle attraktiven Männer schwul! Frau sollte zur Sicherheit nur lieber noch einmal nachfragen, bevor sie ihrem eigenen Glück im Weg steht.

Im israelischen Kino hält man sich ein wenig mehr zurück, was Botschaften vom Glück angeht. Zumindest tun sich die Frauen in „Jellyfish“ nicht besonders leicht damit, zwischen Traum und Realität der Einsamkeit Herr zu werden. Dass das Medium Film dabei aber auch Platz bietet für wunderbare Poesie ist trotzdem eine Erkenntnis, über die man sich nicht alle Tage freuen kann.

Noch seltener kommt man hoffentlich in die Situation, Russisch-Roulette spielen zu müssen. Aber wer doch mal in diese brenzlige Lage geraten sollte, dem gibt der französische Thriller „13 Tzameti“ mit auf den Weg: die Sache kann verdammt spannend sein – und endet trotzdem meistens tödlich!

Doch wir stellen in dieser Woche nicht den Tod, sondern das Leben an den Schluss, und genau das wird in „Horton hört ein Hu!“ gefeiert. Die Macher von „Ice Age“ erzählen von einem unbedarften Elefanten und den klitzekleinen Hus und lassen keinen Zweifel daran, dass auch ein Staubkorn eine ganz eigene Welt bedeuten kann. Und natürlich hat auch der Animationsfilm, der letztlich fast so etwas wie die kinderfreundliche Variante von „Die Welle“ ist, eine Botschaft auf Lager: jedes Leben ist lebenswert!

Text: Patrick Heidmann