Ein Vorteil der Band El*ke ist, dass sie weder wie Ideal klingt noch eine Frau am Mikrofon hat. Nun haben wir natürlich nichts gegen Ideal und schon gar nichts gegen Frauen, aber – siehe Wir Sind Helden, Juli, Silbermond etc. – was genug ist, ist genug. El*ke spielen Rock, aber trotz der deutschen Texte keinen Deutschrock. Sänger Peter klingt zwar ein bisschen nach Rio Reiser, kannte von diesem aber bis vor kurzer Zeit nur dessen Solo-Hit ‘König Von Deutschland’.

El*ke heißen nicht – wie man vielleicht annehmen könnte – deswegen El*ke, weil es sich bei den Mitgliedern um besonders große Ärzte-Fans handelt, sondern EL – KE sind schlicht und ergreifend die ersten vier Buchstaben im Kfz-Kennzeichnen des bandeigenen Transporters gewesen. ‘Fett’ wie jene ‘Elke’ im allseits bekannten Ärzte-Song ist die Musik der Band aber trotzdem – Peter und seinen Kollegen gelingt auf der Debüt-EP ‘Adrenalin’ das seltene Kunststück, deutsche Musik nicht angestrengt-kopflastig klingen zu lassen. Und das ist bei weitem nicht alles, was man über diese Jungs wissen sollte.

Es gibt über Peter Bolmer (Gesang, Gitarre, Bass), Martin “Mücke” Krüssel (Gitarre, Bass) und Hubert “Hubi” Deters (Schlagzeug) nämlich eine schöne Geschichte zu erzählen, die so anrührend romantisch ist, dass man sie für einen Promogag halten wollte, wüsste man nicht, dass sie wahr ist. Es ist die Geschichte von besagtem Transporter, einer großen Freundschaft und jeder Menge Musik. Doch zunächst der Reihe nach: Martin und Hubert kennen sich seit der Grundschule, immerhin seit 13 Jahren spielen sie zusammen mit Peter in Bands. Als sie alt genug sind, um so was zu tun, mieten sie in der Meppener Heimat einen Bauernhof, richten sich dort ein Studio ein und leben ihre Version eines musikalischen Landkollektivs.

Da die drei offensichtlich niemals die Schnauze voneinander voll haben, packen sie im Sommer ihre Instrumente in den Bus und fahren gen Süden. Unterwegs spielen sie auf den Straßen der Städte durch die sie fahren und merken: Wir müssen raus aus Meppen. Sie ziehen nach Berlin – natürlich zusammen und in dieselbe Wohnung – und probieren ihr Glück mit deutschen Texten. “Früher habe ich immer nur auf Englisch gesungen”, erzählt Peter. “Doch in Berlin traf ich Leute wie Ralf Goldkind und Inga Humpe, und die haben mir bei der Entwicklung einer eigenen Sprache geholfen. Irgendwann fühlte es sich dann ganz natürlich an, auf Deutsch zu singen.”

El*ke ist geboren und klingt anders, als deutsche Musik heute meistens klingt. Hier und da wecken schön unverkrampfte Rock-Songs wie ‘Was Machen Wir Bloß’ Erinnerungen an Selig, sprechen aber vor allem für sich selbst und lassen uns mit einem gehörigen Krachen im Gehörgang zurück. Bevor im Sommer das Debpt-Album der Band erscheint, sind die drei und ihr Bus auf Tour – das sollte man mal gesehen haben.

Text: Torsten Groß