1996 wird die Hip Hop-Formation Die Firma aus Köln von den MCs Tatwaffe und Def Benski Obiwahn sowie DJ/Produzent Fader Gladiator gegründet. Sie bringen mit den Alben “Spiel des Lebens/Spiel des Todes” (’98) und “Das 2. Kapitel” (’99) frischen Wind in die deutsche Rap–Szene. Dabei sind sie keine Newcomer: Daniel Sluga alias Fader Gladiator ist mit seiner Band C.U.S. am Ende der 80er einer der ersten Pioniere der noch ganz jungen Hip Hop Szene in Deutschland.

Nebenbei macht er sich auch als Produzent von Blitzmob, MC Rene und Äi-Tiem einen Namen. Bei der Arbeit mit dem Äi-Tiem lernt er zum ersten Mal den MC Ben Hartung alias Def Benski Obiwahn kennen. Alexander Tarboven alias Tatwaffe, der bis ’89 noch auf Englisch rappt, ist mit Ben seit ihren ersten Auftritten in den frühen Neunzigern bei der Düsseldorfer Crew Konstruktive Kritik befreundet. Gemeinsam sind sie von 94-96 mit dem Dualen System unterwegs und veröffentlichen mehrere Songs auf diversen Samplern sowie die Lp “Land in Sicht”.

1996 machen sie sich auf die Suche nach einem neuen Produzenten und finden ihn – Fader Gladiator. Das erste Ergebnis der Zusammenarbeit ist der Song “Todeskuss” auf der ansonsten instrumentalen Soloplatte “Der Profi” (’96) von Fader Gladiator. Nachdem man genug Material für ein eigenes Album zusammen hat, geht man auf die Suche nach einer Plattenfirma. Überall wegen angeblich fehlender Mainstream-Songs abgeblitzt, entscheidet man sich, alles auf dem eigens dafür gegründeten Label “La Cosa Mia” herauszubringen. Und so steht ’97 “Spiel des Lebens/Spiel des Todes” in den Läden.

Zuerst als Doppelalbum konzipiert, enthält die Platte zwei Teile mit gegensätzlichem Inhalt. Die erste Hälfte “Spiel des Lebens” steht für das Gute bzw. die Sonnenseite des Lebens und wird von Songs wie “Die Eine”, “Ich lebe nur einmal” und “Süße Früchtchen” untermauert. Die zweite Hälfte “Spiel des Todes” symbolisiert das Böse, die andere Seite. Dieser Dualismus, Seite und Kehrseite, dient der Firma als Fundament, auf dem sie ihre Reime ausbreiten. Die Texte handeln von den Erlebnissen und Träumen der Drei und von den Utopien und Verschwörungstheorien der Menschheit. Der Sound ist eine Kombination von knochentrockenen Beats und meist orchestralen dramatischen Samples und ergänzt die tiefen Lyrics perfekt. Ohne nennenswerte Promotion verkauft das Album ca. 30.000 Einheiten. Die Singleauskopplung, inklusive Video, “Scheiß auf die Hookline” verdeutlicht die Hardcore-Einstellung der Gruppe. Anstatt einen kommerziellen Sure-Shot wie “Die Eine” auszukoppeln, entscheidet man sich für den härtesten Track des Albums.

Nach einer ausgiebigen Tour veröffentlichen sie ’99 den Nachfolger “Das 2. Kapitel”. Auf Grund des Erfolges des ersten Albums findet sich diesmal mit V2 Records ein Major-Unterlabel. Das Video zur Vorabsingle “Kap der Guten Hoffnung” läuft oft auf MTV und VIVA, und so steigt die Platte bis in die Top-Ten der Media Control Charts. Die Firma baut ihren Style auf “Das 2. Kapitel” zum Beispiel durch ein Gentleman-Feature und die Auflockerung der orchestralen Sounds noch weiter aus. Anfang des neuen Jahrtausends fällt die Firma mit erlesenen Gastauftritten bei anderen Künstlern wie dem Plattenpapzt oder DJ Tomekk auf.
“Das dritte Auge” erscheint Anfang 2002, danach kümmern sich die Firmenmitglieder vor allem um den Aufbau ihres Labels LacCosaMia, auf dem u.a. Jens Ernesti alias Nesti und Gianni ihre Debüt-Scheiben veröffentlichen. Ebenfalls noch 2002 releast Fader Gladiator eine reine Produzenten-CD, MC Tatwaffe gibt 2004 mit “Volltreffer” sein viel gelobtes Solodebüt.

Erst 2005 erscheint mit dem erstklassig produzierten “Krieg und Frieden” wieder ein regelrechtes Firma-Album, bei dem das Trio seinen Stärken treu bleibt.