Eigentlich ist Kino eine ziemlich einfache Angelegenheit. Die Produzenten scheinen relativ simpel gestrickt und wollen nur das eine, nämlich an unseren Geldbeutel. Und weil auch wir Zuschauer scheinbar höchst durchschaubar sind, bleiben größere Überraschungen meistens aus. Was uns auf der Leinwand erwartet, sieht dann also so aus wie gerade „Fluch der Karibik 2“: leidlich flott und unterhaltsam, aber eben auch ein wenig lieblos – und vor allem vorhersehbar.

Aber manchmal gibt es sie dann eben doch noch, die großen Rätsel und Mysterien des Kinos – und in dieser Woche tauchen sie gleich gehäuft auf. Da wäre zum Beispiel „Trennung mit Hindernissen“. Glaubt man der Klatschpresse (und die ist ja häufig schlauer als man meint) scheint die große Frage in diesem Fall vor allem zu sein: ist die Beziehung, die die Hauptdarsteller Jennifer Aniston und Vince Vaughn seit einem Jahr auch jenseits der Leinwand führen, tatsächlich echt? Oder ist das alles doch nur eine PR-Show, weil die beiden von Tom Cruise und Brangelina gelernt haben, dass nichts die Zuschauer so sehr ins Kino lockt wie Schlagzeilen in der Yellow Press? Kaum ist der Film nun in allen wichtigen Ländern angelaufen, häufen sich jedenfalls die Trennungsgerüchte. Obwohl es mich nicht wundern würde, wenn das dramatische Beziehungs-Aus termingerecht zur DVD-Veröffentlichung lanciert wuerde. Passend wäre es ja, schließlich zeigt der Film – auf mäßig amüsante Weise – die schwierige Trennung eines Paares. Nebenbei stellen sich da noch ganz andere wichtige Fragen. Wie etwa konnte sich der höchst unsympathische und kaum attraktive Vince Vaughn zum neuen leading man in Hollywood entwickeln? Und warum glaubt plötzlich die halbe Welt, Jennifer Aniston sei ein Filmstar? Ihre wenigen ernsthaften Versuche hat kein Mensch gesehen (oder erinnert ihr euch an „Entgleist“? Eben!), und in Komödien wie dieser beweist sie jedes Mal wieder, dass ihr irgendwie das gewisse Etwas für die große Leinwand fehlt. Die Gestik, die Mimik, die Frisur – das ist immer noch viel zu sehr Sitcom, viel zu sehr Rachel! Doch es wollen noch andere Rätsel gelöst werden.

Warum zum Beispiel heißt „Open Water 2“ so wie er heißt? Mit dem angeblichen ersten Teil, der vor zwei Jahren in den Kinos lief, hat er jedenfalls nichts zu tun – die Wackelkamera fehlt ebenso wie die Haie. Dieses Mal springen, unter der Regie des Deutschen Hans Horn, einige Freunde von ihrer Yacht ins Meer und haben die Leiter vergessen, was sich spannender anhört als es ist. Das liegt nicht zuletzt an den lachhaften Dialogen und den hölzernen Darstellern – und siehe da, da haben wir ja doch die Gemeinsamkeiten mit „Open Water“!

Ein wenig unbeholfen sind auch die Schauspieler in „FAQs“, was ja im schwulen Kino häufig mal so ist. Weil Produzenten und Stars, diese schlichten Gemüter, immer noch glauben, queere Geschichten würden ein großes Publikum verschrecken, müssen solche eben immer von Anfängern ohne viel Geld erzählt werden. Vielleicht ändert der Erfolg von „Brokeback Mountain“ daran ja ein wenig, aber bis dahin gibt’s erst einmal den neuen Film von Everett Lewis. Der hat immerhin mehr zu erzählen als die übliche Boy-meets-Boy-Story, denn ihm geht es um Schwulenfeindlichkeit und wie man damit umgeht. Ein immer noch akutes Thema, selbst in Zeiten der Anti-Diskriminierungsgesetze! Leider bringt „FAQs“ seine Botschaften mit dem Holzhammer an den Mann, was einem den Spaß doch sehr verdirbt – und durch ein höchst naives Finale nicht besser gemacht wird.

Letzte Frage für heute: „Die schoene Querulantin“ kommt wieder ins Kino, doch warum gerade jetzt? Das 15jährige Jubiläum der Weltpremiere in Cannes war vor über zwei Monaten und der runde, nämlich 80. Geburtstag von Hauptdarsteller Michel Piccoli ist auch schon etwas her. Aber wir wollen uns gar nicht beschweren. Jacques Rivettes Film über einen Maler und sein Model ist genau wie die wunderbare Emmanuelle Béart auch heute noch unbedingt sehenswert!