Nun ist sie also doch da, die Kinoflaute. Der Frühling ist immer zäh, zwischen den hochkarätigen Oscar- und Berlinale-Filmen im Winter und den aufgeblasenen Sommer-Blockbustern kommt viel uninteressante Massenware ins Kino, die irgendwie keiner braucht… Aber natürlich hofft man immer, dass es nicht ganz so schlimm wird.

Diese Woche erwischt uns die cineastische Langeweile nun doch sehr geballt, nicht nur wegen der Fortsetzungen, auf die keiner gewartet hat, wie „Final Destination 3“ zum Beispiel. Das Konzept mit den Kids, die dem Tod erst von der Schippe springen, dann aber doch der Reihe nach dran glauben müssen, wird langsam ein bisschen alt. Zugegeben, ein bisschen makaber-ekligen Spaß machen die absurden Todesarten auch dieses Mal noch – am besten sind die Proll-Tussis im Solarium. Aber zwischen den Sterbeszenen mit Ankündigung wird’s dann doch immer wieder sehr langweilig, was auch an den größtenteils grottenschlechten Pseudo-Schauspielern liegt.

Noch weniger zu lachen gibt’s leider bei „Big Mamas Haus 2“. Martin Lawrence, vor ein paar Jahren unfassbarer Weise noch der bestbezahlte Hollywood-Komiker, schnallt sich als FBI-Agent wieder einen Fettanzug um UND verkleidet sich als Frau, was irgendwie schon zu Zeiten von Charlies Tante nicht witzig war. Dieses Mal muss die angebliche Oma sich auch noch mit allerlei kleinen Kindern rumschlagen, was ebenfalls noch nie der Brüller war, wenn man an „Mrs. Doubtfire“ und „Der Babynator“ denkt. Wirklich: darüber muss man keine weiteren Worte verlieren.

Etwas höher waren da die Erwartungen an „Rent“, aber auch die werden enttäuscht. Am Broadway war das Musical Mitte der 90er ein riesiger Hit, und gegen Singen und Tanzen im Kino ist auch prinzipiell nichts einzuwenden, aber Story und Musik sind schlecht gealtert. Ein allzu politisch korrekt gemischtes Grüppchen aus Schwarzen und Weißen, Lesben und Schwulen und Heteros kämpft im New York der 80er gegen das Establishment, sieht selbst bei der Überdosis noch blendend aus und singt dazu peinlichen Pop auf Bon Jovi-Niveau. Bäh!

Auch in Deutschland blickt man übrigens zurück: Regisseur Ralf Huettner tut mit „Reine Formsache“ so, als seien Beziehungskomödien der 90er noch schwer angesagt, weswegen sich seine Protagonisten Pola und Felix, die sich eigentlich scheiden lassen wollen, aber wohl doch zusammen gehören, permanent in schicken Berliner Designerbars und auf Dachterrassen tummeln müssen. Bastian Pastewka und Oliver Korrittke sollen in Nebenrollen für Lacher sorgen, was nur bedingt gelingt. Deswegen bleibt letztlich alles an der bezaubernden Christiane Paul hängen. Partner Marc Hosemann ist dabei keine wirklich Hilfe, denn mehr als gut aussehen tut der auch nicht.

Und was machen die Altmeister, John Woo, Ridley Scott, Spike Lee oder Emir Kusturica zum Beispiel? Drehen putzige, gutgemeinte Kurzfilme über Kinder, die man so brav von ihnen gar nicht erwartet hätte und bringen das unter dem Titel „Alle Kinder dieser Welt“ auf die Leinwand. Irgendwie nett, aber auch nicht mehr, genau wie der italienische Kitsch-Episodenfilm „Handbuch der Liebe“.
Und so bleiben als Highlights der Woche „Elsa & Fred“, eine hübsch verschrobene Geschichte aus Argentinien über zwei verliebte Senioren – und „Running Scared“ von Wayne Kramer. Ebenfalls nichts Weltbewegendes, aber doch ein solider Actionkrimi über einen Kleingangster, der sich mit den falschen Leuten anlegt, als der Nachbarsjunge eine Waffe klaut. Auch hier sieht der Hauptdarsteller (Paul Walker) vor allem gut aus, zeigt aber immerhin die souveränste Leistung seiner Karriere. Trotzdem – irgendwie warten doch alle auf „Mission: Impossible 3“. Oder gucken immer noch „Ice Age“.