Aller guten Dinge sind drei, so denkt man in Hollywood ja gerne. Bei „Mission: Impossible III“ lief es kürzlich zwar nur mittelprächtig, und ob man “The Fast and the Furious: Tokyo Drift“ im Zusammenhang mit dem Prädikat ‚gut’ verwenden wird, muss sich aber erst noch zeigen. Aber in dieser Woche soll es ja nun erst mal um die „X-Men“ gehen.

Tatsächlich entpuppt sich auch der dritte Teil der Comic-Saga als recht gelungen, auch wenn der neue Regisseur Bret Ratner von Fans der Helden online im Vorfeld schon als „Antichrist“ beschimpft wurde. Erwartungsgemäß flott und laut und mit satten Spezialeffekten geht es zur Sache, und dass wieder viel zu viele Charaktere am Start sind und Halle Berry erneut quasi nichts zu tun hat, tut dem Spaß kaum Abbruch. Viel blaues Make-up kommt natürlich auch wieder zum Einsatz, beim Beast dieses Mal sogar mit Fellbesatz.

Auch Cillian Murphy hat in den Schminktopf gegriffen, seit „28 Days Later“, „Batman Begins“ und „Red Eye“ Hollywoods faszinierendster Shooting Star. Jetzt spielt er in „Breakfast On Pluto“ Patrick ‚Kitten’ Braden, die in den 70ern in London nach ihrer (seiner) Mutter ebenso sucht wie nach der eigenen Identität. Nebenbei landet sie als Zauberassistentin auf der Bühne, auf der Schaukel in der Peepshow und wegen Terrorverdacht im Gefängnis, doch obwohl Murphy bei all dem wirklich wunderbar ist, hängt der Film teilweise ganz schön durch.

Ebenfalls eine Jugendgeschichte in der 70ern, ebenfalls viel schöne Musik (Pink Floyd, David Bowie, die Stones) und durchaus auch ein wenig Make-up bietet gleichzeitig „C.R.A.Z.Y.“, in der Zachary sich mit den Erwartungen der Eltern, den stressigen Brüdern, reichlich Aberglaube und einer ziemlich schwierigen Frage herumplagt: Was törnt mehr an, der Busen seiner Cousine oder doch deren schuckeliger Tanzpartner? Erwachsenwerden ist eben doch ziemlich kompliziert, im kanadischen Kino genauso wie im echten Leben.

Etwas leichtfüßiger, aber eben auch belangloser läuft’s natürlich in Hollywood. Ein bisschen Tanzunterricht vom ach so heißblütigen Antonio Banderas, und schon wird aus den HipHop-liebenden Problemschülern in „Dance!“ ein Haufen toller Kids. Dass gerade Wayne, Sandy, Heide und die anderen Tröten bei RTL mit dem Tanzen fertig sind, passt da ja ganz hervorragend, auch wenn Millionen von Zuschauern auf dem Kinoparkett nicht zu erwarten sein dürften.

Einen Bogen zu den „X-Men“ schlägt derweil „Angel-A“, Luc Bessons erste Regiearbeit seit Ewigkeiten. Auch in diesem wunderschönen Schwarz-Weiß-Film breitet jemand seine riesigen weißen Flügel aus, allerdings ist es kein Mutant, sondern ein Engel. Ein sehr hurenhafter allerdings, wodurch sich Bessons Paris-Hommage im Gangster-Milieu als ziemlich chauvinistische Angelegenheit entpuppt.

Ein völlig anderes Frauenbild bietet dagegen „Eine Hochzeit zu dritt“, in dem sich die Braut quasi am Altar gegen den Bräutigam und für die Floristin entscheidet. Oder doch nicht? Verwirrungen sind jedenfalls auch in lesbisch angehauchten Beziehungskomödien an der Tagesordnung, weswegen es letztlich auch in diesem leicht vor sich hin plätschernden britischen Filmchen eher überraschungsfrei zugeht.

Immer noch nicht genug Auswahl an neuen Filmen? Bitte sehr, es gibt noch mehr. „Klimt“ handelt von gleichnamigem Maler, was allerdings schon jeder weiß, das Veronica Ferres es seit zwei Jahren jedem erzählt, der nicht bei drei auf den Bäumen ist. Wir Deutschen lieben es eben doch, mit internationalen Stars zu drehen, und sei es auch „nur“ John Malkovich. „Kilomètre Zero“ dagegen ist ein tragikomisches Road Movie im Iran-Irak-Krieg von 1988 und „Coco – Der neugierige Affe“ ein klassischer Zeichentrickfilm über den in den USA sehr populären ‚Curious George’.