Über Kunst kann man ja bekanntlich ganz wunderbar streiten. Was ist Kunst, wer macht Kunst, Kunst macht was und ist in ihr wirklich alles erlaubt?
Die Schweizer Band Camp macht Kunst. Natürlich vorrangig Kunst musikalischer Art. Gerade erschien ihr zweites Album „Talkin Cure“ und zu dem darauf enthaltenen Song „The Truth About Art“ hat Francois Chalet einen Videoclip gebastelt, der das Thema Kunst auf ganz eigenwillige Art behandelt.
Da wird ein Bild an der Museumswand zum kleinen Computerspiel ähnlichen Comicmännchen und rennt wie bekloppt durch’s Museum, weil es von diversen seltsamen Gestalten verfolgt wird: Ein paar Fischaugen fliegen durchs Bild, Museumsbesucher als Finger fangen an zu marschieren, Fäuste stampfen hinterher und zu guter Letzt springen noch ein Paar runde Brüste zur Verfolgung des mutierten Wandgemäldes los. Dieses beäugte Männchen weiß sich aber zu wehren, und mutiert mal zur den Wald aus Fingern umrollenden Bowlingkugel, mal zum Kaktus oder fliegt auf einem symmetrischen Händevögelein aus der rot-schwarz-grauen Museumswelt gen blauen Himmel. Alles mit dem Ziel, bloß wieder ein hängendes Bild zu werden. Nebenbei erschießen sich im Schattentheater die Hände gegenseitig, die Zeiger einer Uhr fangen an zu laufen, eine Hand liebt sich, andere tragen Krawatten oder krauchen als Handkrebse durchs Bild. Die im Gleichschritt zur Verfolgung aufmarschierenden Finger erinnern leicht an Pink Floydsche The-Wall-Hammer.
Wer jetzt keine Ahnung hat, wie er sich das Ganze vorstellen soll, kann sich einfach selbst ein Bild von Kunst dieser Art machen, denn hier ist „The Truth About Art“.