Dr. Motte (bürgerlich Matthias Roeingh, * 9. Juli 1960 im Berliner Bezirk Spandau) ist Techno-Diskjockey sowie Gründer und ehemaliger Organisator der Musik- und Tanzveranstaltung Loveparade in Berlin. Er war Miteigentümer der Loveparade Berlin GmbH, deren Geschäftszweck es ist, die in mehreren Ländern geschützte Bezeichnung Loveparade zu vermarkten. An der Organisation der Parade beteiligt er sich nicht mehr.

Erstmals als Diskjockey (DJ) arbeitete Roeingh im Jahr 1985. Zuvor war der gelernte Betonbauer Mitglied einer Berliner Musikgruppe, die sich dem Punk widmete (Tote Piloten, 1981–84) und des Musikprojektes DPA (Deutsch-Polnische Aggression). Mit DPA ist er auch als Mitautor des Buches Geniale Dilletanten zu finden. Als Diskjockey wandte er sich ab 1987 der House-Musik zu und spielte später in Clubs wie dem Ufo und dem Planet.

Er rief am 1. Juli 1989 unter dem Künstlernamen Motte mit Hilfe seiner damaligen Freundin, der US-amerikanischen Künstlerin Danielle de Picciotto, die Love Parade ins Leben, die er als Demonstration für Friede, Freude, Eierkuchen anmeldete, und an der bei Kosten von 720 D-Mark auf dem Berliner Kurfürstendamm zunächst nur 150 Menschen teilnahmen.

1991 ändert er seinen Künstlernamen in Dr. Motte, gründete im Jahr darauf die Plattenfirma Space Teddy Records und begann nun deutschlandweit als Diskjockey zu arbeiten. 1993 veröffentlichte er das Musikalbum Chill Out, Planet Earth! und 1995 Politics of Life – The Collection of Experiences. 2001 gründete er die CD-Produktionsfirma Praxxiz.

Legendär wurden Dr. Mottes Ansprachen für eine harmonischere Welt zum Abschlusskonzert der Love Parade unter der Berliner Siegessäule auf dem Großen Stern. Dr. Motte wollte nicht nur, dass die Teilnehmer tanzten, sondern dass sie zu aktiven Teilnehmern einer „Tanzbewegung“ wurden. Er wollte, dass „Harmonie durch Musik“ entsteht, er wollte Freiräume durch nonverbale Kommunikation entstehen lassen, er sprach von Liebe und Respekt, von der Vielfalt der Tanzmusik und wünschte am Ende der immer kurzen Ansprache eine schöne Party. Die Ansprache, die ihm immer sehr wichtig war, war beliebt, wurde aber vom Partyvolk nicht sehr ernst genommen.

Wegen der mittlerweile kommerziellen Ausrichtung distanzierte sich Dr. Motte 2006 von der Loveparade und hielt stattdessen einen Redebeitrag auf der Fuckparade, die ursprünglich als Gegendemonstration zur Loveparade entstand. 2008 unterstützte er die Demonstration Freiheit statt Angst für Datenschutz und gegen Überwachung. Außerdem schreibt er auf seinem eigenen Blog immer wieder zu den Demonstrationen gegen das Bauprojekt Mediaspree und unterstützt die Proteste durch Auftritte auf Solidaritätspartys.

Text von Wikipedia (Stand 07/2010)
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