Das dreckige halbe Dutzend. Vielleicht könnte man Electric Six am ehesten so beschreiben. Die Band verkocht Rock, Metal und Punk mit Discorhythmus und Falsettgesang zu einer recht einzigartigen musikalischen Mixtur. Zuerst extrem tanzbar und herrlich schwuchtelig um im nächsten Moment die Generation Headbanger herauszufordern. Die Band wurde 1996 unter dem Namen „The Wildbunch“ in Detroit gegründet. Da aber in UK ein TripHop-Kollektiv gleichen Namens residierte, sah man sich gezwungen, den Namen in Electric Six zu ändern. Die Formation besteht zuerst aus Dick Valentine (Voc.), Rock and Roll Indian (Git.) Surge Joebot (Git), Disco (Bass) und M (Drums). Bandvati ist Sänger Dick Valentine, der die meisten Songs und Texte beisteuert.
Nach der zwischenzeitlichen Auflösung im Jahr 1999 beginnen zwei Jahre später die Aufnahmen zu „Danger! High Voltage’”. Das Debütalbum erscheint 2002. Beim Titeltrack soll Jack White von den White Stripes die Backing-Vocals bei gesteuert haben, was dieser immer wieder bestreitet, von Dick Valentine aber bestätigt wird.
„Danger! High Voltage“ entwickelt sich zu einem der Überraschungshits in England. Er klettert bis auf Platz 2 der Singlehitparade. Die nachfolgende Auskopplung „Gay Bar“ ist ähnlich erfolgreich. Nach Veröffentlichung des Debütalbums muss sich Dick Valentine nach drei neuen Mitstreitern umsehen. Mit The Colonel (Git.), John R Dequindre (Git.) und Frank Lloyd Bonaventure (Bass) – der später durch Johnny Nashinal ersetzt wird – findet Eletric Six zu alter Bändstärke zurück. Der zweite Longplayer „Señor Smoke“ erscheint Anfang 2005 und sorgt für einen Skandal. Im Video zum Queen-Cover „Radio Ga Ga“ tritt Dick Valentine als Geist Freddy Mercurys auf – mit einer Horde Pudel als Backing Band. Queen-Fans sind not amused.
Im November 2006 erscheint „Switzerland“ das Drittwerk von Electric Six mit neuem Labelpartner (Metropolis Records). Wieso die Schweiz? „Electric Six“, so steht es im Plattenpass des Labels, „lieben es zu jodeln, Geld zu machen und politisch neutral zu sein.” Das sollte man ernst nehmen.