Die Mitglieder der Berliner Band Element Of Crime entstammen genau jenem Kreuzberger Milieu, das ihr Sänger Sven Regener später in seinem Romanerfolg „Herr Lehmann“ so treffend porträtiert. In der dortigen Subkultur herrscht in den frühen Achtziger-Jahren Aufbruchstimmung. Punk und New Wave liefern den idealen Soundtrack zum Grau in Grau der geteilten Stadt, welche neben Düsseldorf zum deutschen Zentrum dieser Bewegung wird. Das spornt auch Regener, Friderichs, Lukas, Fabritius und Bauer an. Ihre frisch gegründete Band benennen die fünf Musiker 1985 nach dem Programmkino-Kultfilm „The Element Of Crime“ von Lars von Trier, lassen jedoch den Artikel weg.

Nach einigen Besetzungswechseln und dem auf dem Kleinstlabel “Ata Tak” erschienenen Debüt „Basically Sad“, wechseln Element Of Crime 1986 zur Polydor und veröffentlichen dort 1987 das von John Cale (Ex-Velvet Underground) produzierte „Try To Be Mensch“. Die Texte sind in jenen Tagen Englisch, die Musik ist britisch beeinflusster Indie-Pop. Über den Status des Geheimtipps kommt die Band, nach ersten Achtungserfolgen, mit dieser Rezeptur jedoch nicht hinaus.

Die Protagonisten befinden sich während der ersten fünf Jahre Bandgeschichte ständig am unteren Rand der Armutsgrenze. Erst mit dem Wechsel zu deutschen Texten und der Öffnung zu anderen Stilrichtungen gelingt es Element Of Crime 1991 mit dem Album „Damals Hinterm Mond“, sich musikalisch endgültig zu definieren. Streicher, Bläser und auch ein Akkordeon halten Einzug ins Klanguniversum der Elements und die Berliner etablieren einen selbstbewussten Stil, der das deutsche Erbe von Brecht und Weill mit Seemannsliedern und den nach wie vor herauszuhörenden Indie-Wurzeln der Band verknüpft. Seinen Reiz erfährt die Musik zudem durch die melancholisch-geschmackvollen Texte Regeners, der nach und nach zu einer ganz eigenen, unverkennbaren Sprache findet. Publikum und Kritiker danken der Band den Richtungswechsel – das 1993er Album „Weißes Papier“ wird zum ersten großen Erfolg.

In den Folgejahren etablieren sich Element Of Crime mit vier weiteren Alben als eine der kreativsten und wichtigsten deutschsprachigen Bands. Auf dem langen Weg verloren gegangen ist Bassist Paul Lukas, der 1995 durch Christian Hartje ersetzt wird. Alle Mitglieder widmen sich seit dem Ende der Neunziger auch anderen Projekten, Sven Regener gelingt 2001 mit seinem Romandebüt „Herr Lehmann“ ein überraschender Bestseller. Im selben Jahr veröffentlicht die Band ihr Album „Romantik“, das vier Jahre später mit “Mittelpunkt der Welt” seinen Nachfolger findet.

Es folgen die Singles „Straßenbahn des Todes“ im Jahr 2006 sowie “Ein Hotdog unten am Hafen” (2008), die in Leander Haussmanns Film “Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe” verwendet wird.

Aktuelle Besetzung von Element Of Crime:
Sven Regener – Gesang, Gitarre, Trompete
Jakob Friderichs – Gitarre
David Young – Bass
Richard Pappik – Schlagzeug