Massive Netzstörungen beim Energieversorger Vattenfall haben am gestrigen Sonntagvormittag zu einem rund einstündigen Totalausfall beim NDR-Fernsehen geführt. Nach Angaben von Vattenfall-Sprecher Ivo Banek gab es in einem zirka 50 Kilometer langen Netz in Hamburg-Lokstedt, wo der NDR in seinen Studios unter anderem die Tagesschau produziert, mehrere Kurzschlüsse in unterirdisch verlegten Stromkabeln. Diese nur wenige Millisekunden dauernden sogenannten Erdschlüsse setzten offenbar auch die Notstromsteuerung des über eine Mittelspannungsleitung mit elektrischer Energie versorgten NDR außer Gefecht.

“Eigentlich haben wir Notstromanlagen, die im Fall eines Stromausfalls den Sendebetrieb aufrechterhalten”, erläuterte der Leiter des Gebäudemanagements beim NDR, Hauke Hansen, gegenüber dem Hamburger Abendblatt. “Dadurch, dass kurz hintereinander sehr viele und heftige Störungen aufgetreten sind, wurde die Steuerung unseres Notstromaggregats aber gestört und konnte nicht anspringen”, sagte Hansen dem Abendblatt. Wegen der unmittelbaren Nähe zu den Schadensherden habe den NDR “die volle Wucht der Schwankungen erreicht”.

Ein Grund für die Erdschlüsse können laut Vattenfall poröse Kabelverbindungen sein, die bei Regen Feuchtigkeit an die Kabel lassen. Noch wisse man aber nicht, wo genau das Problem liege. “Wir haben jetzt Geräte angebracht, die jeden Spannungsverlust aufzeichnen. Wir müssen bis zum nächsten Kurzschluss warten, um den Problemherd zu lokalisieren.” Der NDR kündigte an, auf die Panne vom Sonntag zu reagieren. “Wir müssen unser System dahingehend verändern, dass auch solche Erdschlüsse nicht zu einem Sendeausfall führen”, erläuterte Gebäudemanagement-Leiter Hansen.