Eine Band für einen deutschen Spielfilm zu gründen, scheint von Vornherein ein großes Wagnis. Viele Schauspieler scheiterten grandios an dem Unterfangen, erfolgreich zu musizieren (wie Katja Riemann mit ‘Bandits’). Der nächste Mutige ist jetzt Jürgen Vogel, der für seinen neuen Film ‘Keine Lieder über Liebe'(u.a. mit Heike Makatsch) eine Band suchte. Der Legende nach hat er 26 deutschsprachige CDs gehört und blieb bei zwei Bands hängen: “Tomte und Kettcar”. Wie passend, dass die beiden Frontmänner, Thees Uhlmann und Marcus Wiebusch, auch noch gute Freunde sind und zusammen das Label ‘Grand Hotel Van Cleef’ führen. Sie holten noch Max Schröder (Der Hund Marie bei Olli Schulz) als Schlagzeuger und Felix Gebhardt als Bassisten (Home Of The Lame) mit ins Boot der Hansen Band, benannt nach dem Hauptdarsteller des Films Markus Hansen.

Diese Zusammenstellung der ‘Nationalmannschaft der Indie-Musik’ erwies sich als gute Mischung erschiedener Charaktere. “Max und Felix sind sehr ruhige, angenehme und gelassene Typen, die ihren eigenen Weg verfolgen”, erklärt Marcus Wiebusch. “Sind also der willkommene Ruhepool in der Band im Gegensatz zu den enorm redseligen Thees oder Jürgen, der ganz schön laut werden kann, besonders wenn er vorm Auftritt Wodka trinkt – dann ist einiges los.”

Die ‘Profi-Musiker’ der Hansen-Band schrieben fleißig Songs um die Charaktere des Films und das ganz normale Leben, wie wir es aus Kettcar- und Tomte-Songs gewohnt sind. Neue Situationen also für Wiebusch und Uhlmann, die sonst alle Songs ihrer Bands schreiben, was sie aber wenig störte: “Es war sehr angenehm, dass der kreative Druck nicht so groß war, dadurch, dass ich nur vier Songs geschrieben habe und die restlichen sechs von anderen Musikern kamen”, berichtet Marcus Wiebusch von der gesunden Arbeitsteilung.

Musikalisch bewegen sich die Songs natürlich da, wo Kettcar und Tomte sich seit Jahren befinden, und das bedeutet Indie-Gitarren-Pop. Und Jürgen Vogel? Es brauchte einige Anläufe, bis er die traurigschönen Songs zur Zufriedenheit seiner Kollegen vertonte. “Ich hatte nie zuvor Musik gemacht, weder im Schulchor noch in einer Schülerband. So war es für mich persönlich der größte Erfolg, den Mut zu haben, vor anderen zu singen. Neben dem Singen musste ich aber noch andere Dinge lernen, zum Beispiel dabei nicht so rumzuspringen.” Ganz zufrieden mit der musikalischen Erziehung Vogels sind seine Lehrer aber bis heute nicht. “Sein privater Musikgeschmack hat sich immer noch nicht verbessert”, bedauert Thees Uhlmann. Aber immerhin ist sie endlich einmal geglückt, die Symbiose aus Schauspieler, Film und Musik.

Text: Max Knaut