Mal eben einen freundlichen Flächenbrand fabrizieren? Why not?! Zumindest wenn es nach den Friendly Fires geht und es sich bei dem Boden um den Dancefloor handelt. Den beackern die drei Herren nämlich mit Disco-Pop, Electro-Punk und Shoegaze-House. Weitere Referenzen? Talking Heads meets Devo meets The Rapture meets Datarock meets James Murphy. Puh. Ganz schön lange Liste, aber was zum Tanzen bringen soll, darf ruhig in allen möglichen Plattenkisten kramen und sich das Beste herauspicken.

Ed MacFarlane, Jack Savidge und Edd Gibson kennen sich durch die gemeinsame Schulzeit im Heimatstädtchen St. Albans in Hertfordshire. Mit 14 greift man schließlich gemeinsam zu den Instrumenten um sich dem Post-Hardcore zu verschreiben. Klingt ganz anders als die Musik, die Friendly Fires im Jahre 2000+X produzieren? Korrekt. Aber in der Zeit der Auflehnung gegen Eltern, Autoritätspersonen und fremden Meinungen darf auch schon mal die Musik zum Ausdruck persönlicher Ansichten genutzt werden.

Doch man wird älter, beendet die Schule, beginnt zu studieren und plötzlich ist da Popmusik. Die alten Hardcore-Schuhe passen auf einmal nicht mehr und die neuen Disco-Treter im Schaufenster sehen so gut aus, dass einfach die Scheibe eingeschlagen und auf offener Straße getanzt wird. Mit „Photobooth“ ist im November 2006 eine erste eigens produzierte EP fertig, bevor im nächsten Jahr mit „Cross The Line“ und einer Remix-Platte zwei weitere EPs folgen, die auf dem kleinen Londoner Indie-Label People In The Sky veröffentlicht werden.

Und wie das in England nun mal so ist, scheinen sich die A&R-Menschen der Musikzeitschriften und Labels jede freie Minute im Internet und auf Konzerten herumzutreiben, auf der Suche nach dem nächsten großen Ding. So haben die Friendly Fires Ende 2007 als erste Band ohne festen Labelvertrag beim englischen Privatsender Channel 4 einen Auftritt, dem sie im Dezember die Single „Paris“ hinterher schieben.

Kluger Schachzug, denn diese wird nicht nur von der Hype-Maschinerie NME händefaltend und gen Himmel jauchzend, angenommen. Auch der Guardian und die englischen Radiosender sind Feuer und Flamme und MoshiMoshi erhält die Unterschrift der drei jungen Herren. Ihre Single „On Board“ wird schließlich Anfang 2008 von den großen Spielkonsolen-Herstellern entdeckt und für Nintendo und PlayStation 3 verwendet. Nach dem Labelwechsel zu XL Recordings erscheint im September 2008 ihr selbstbetiteltes Debüt-Album. Aber Vorsicht – Ed MacFarlane, Jack Savidge und Edd Gibson haben das Feuer dabei und brennen alle befreundeten Tanzflächen ab. Man nehme sich in Acht!

Friendly Fires sind:
Ed MacFarlane
Jack Savidge
Edd Gibson

Vivien Mierzkalla