Zwar spielt HipHop auf seiner neuen Scheibe ’Lemonade’ diesmal eine größere Rolle als früher, aber anders als beim Rap üblich, steht bei G. Love der Anfangsbuchstabe nicht für „Gangsta“. Stattdessen ist es einfach die Abkürzung für Garrett Dutton, wie der Sänger mit bürgerlichen Namen heißt. Auch der Albumtitel hält die Verbindung zu seinen persönlichen Wurzeln aufrecht.

„Vielleicht ist ’Lemonade’ ein altmodisches Getränk, aber ich trinke das echt gerne!“, erklärt G. Love den Hintergrund zum Titel, der ihn an seine Heimat Philadelphia und das einfache Leben als Bluessänger erinnert. „Es gibt sogar ein Stück namens ’Lemonade’, das jetzt allerdings nicht auf die Platte gekommen ist. Das Wort ’Lemonade’ ist einfach etwas, das oft in meinen Texten vorkommt und das ich mir auch auf meinen Arm habe tätowieren lassen.“

Dabei interessiert sich G. Love übrigens nicht nur fürs Trinken, sondern auch fürs Kochen. Bei der ersten Single ’Hot Cookin’ lässt er zumindest nichts anbrennen, wenn er mit Bildern aus der Kochecke seine Beziehung in dem Liebeslied anheizt: „Won’t you let the heat out of the oven./ Lord, it takes a while to build a fire./ Don’t let ’em cool you down, don’t let ’em cool you down./ Cause it’s some hot cookin’ that’s going on tonight./ And the temperature is rising just right./ All I got to do is keep this fire burning bright.”

Mit von der Partie (oder Party) sind auch einige illustre Gäste wie Ben Harper und wieder einmal sein Label-Boss von ’Brushfire’. Nachdem Jack Johnson schon auf der Vorgängerplatte ’The Hustle’ mitwirkte, gibt er sich nun auf dem Track ’Rainbow’ erneut die Ehre. Die Überraschung ist dann aber das Stück ’Banger’, bei dem Blackalicious und Lateef The Truth Speaker von der Quannum-Posse aus dem Umfeld von DJ Shadow ihre Raps runterrattern. „Ich finde, dass ich eigentlich immer HipHop-Blues gemacht habe. Diesen Stil entwickelten wir schon 1994 auf meinem Debütalbum. ’Coast To Coast Motel’ war dann stärker vom Blues geprägt, denn wir nahmen das damals in New Orleans auf. Das Stück mit Blackalicious ist nun eben wieder deutlich mehr am HipHop orientiert. Aber der Beat und meine Mundharmonika stehen immer noch für den Blues. Wir haben in den letzten Jahren mit vielen Stilen wie Reggae und Rock’n’Roll experimentiert. Da war es nun an der Zeit, zu der Grundidee zurückzugehen und wieder HipHop-Blues zu spielen!“

Dass der Titel ‘Can’t Go Back To Jersey’ zudem noch an ’Going Back To Cali’ von LL Cool J aus dem Jahre 1988 erinnert, ist dann aber doch eher Zufall: „Über diese Verbindung habe ich noch nie nachgedacht. Ich verstehe aber, dass da Parallelen gezogen werden könnten. In meinem Stück geht es aber um einen Typen, der aus New Jersey kommt, in New York eine Musikkarriere starten will und deswegen nie wieder zurück nach Jersey will – auch nachdem ihn seine Freundin auf die Straße gesetzt hat!“

Text: Holger Köhler

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